Angst vor neuer Linken Stoiber warnt Union vor Lafontaine

CSU-Chef Stoiber in Sorge um seine Wähler: Die neue Linkspartei sei auch Konkurrenz für die bürgerliche Mitte, deren Vorsitzender Lafontaine ein "außerordentlich gefährlicher Demagoge".


Hamburg - Vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München warnte Parteichef Edmund Stoiber die Union vor der am Wochenende gegründeten neuen Linkspartei: "Auch wir müssen diese Herausforderung außerordentlich ernst nehmen." So müssten die "irrealen Ziele und demagogischen Positionen der Linken" klar offengelegt werden.

CSU-Chef Stoiber: "Nicht an der Zeit, dass die Union sich zurücklehnt."
REUTERS

CSU-Chef Stoiber: "Nicht an der Zeit, dass die Union sich zurücklehnt."

Bei der Vereinigung von WASG und PDS handele es sich nicht nur um eine Herausforderung für die SPD, sondern es gehe auch um eine Konkurrenz mit der bürgerlichen Mitte: "Es ist nicht an der Zeit, dass die Union sich zurücklehnt und mit klammheimlicher Freude auf die SPD sieht", so Stoiber. Die Gründung der Linken sei ein "gefährliches Zeichen auch für die Volksparteien insgesamt".

Stoiber sagte über Linke-Chef Lafontaine, dieser sei "ein außerordentlich gefährlicher Demagoge". Zuvor hatte Stoiber bereits in der "Bild"-Zeitung den einstigen SPD-Vorsitzenden attackiert: "Er hat schon früher gezeigt, dass er nicht davor zurückschreckt, den rechten ebenso wie den linken Rand anzusprechen." Lafontaine werde "jetzt zuerst sehr schnell und sehr massiv die SPD unter Druck setzen", so Stoiber.

Die Schwierigkeiten der Sozialdemokraten mit der neuen Linken seien "ein ernstes Warnzeichen auch für die Union". Zudem seien bei mehreren Wahlen "treue Anhänger der Union schon zu den Nichtwählern gewechselt". Aus dem Umfeld Stoibers heißt es, der CSU-Vorsitzende sorge sich schon seit längerer Zeit um die Zukunft der Volksparteien.

Dies gilt offenbar besonders vor dem Hintergrund mäßiger CDU-Werte für die im kommenden Jahr anstehenden Landtags- und Bürgerschaftswahlen in in den bisher CDU-geführten Staaten Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Stoiber: "Die Umfragen in einer Reihe von Ländern, die in den nächsten beiden Jahren Landtagswahlen haben, müssen uns nachdenklich machen."

sef/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.