Antwort auf Macron CDU-Kritik an Kramp-Karrenbauers Europa-Ideen

Ein Gastbeitrag zu Europa sollte ihr erster außenpolitischer Aufschlag werden. Doch nach SPIEGEL-Informationen stößt Annegret Kramp-Karrenbauers Antwort auf Emmanuel Macron in der CDU auf Kritik.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer


Die europapolitischen Vorschläge der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sind in den eigenen Reihen auf Kritik gestoßen. Der Vorsitzende des Europaausschusses des Bundestags, Gunther Krichbaum, sagte am vergangenen Dienstag nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Unionsfraktion, es hätte ihm besser gefallen, wenn Kramp-Karrenbauer das vorangestellt hätte, was in Europa möglich sei, statt zunächst zu erklären, was alles nicht gehe.

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Die CDU sei von Konrad Adenauer über Helmut Kohl bis zu Angela Merkel die Europapartei gewesen, sagte Krichbaum den Angaben zufolge. Gegenwärtig werde aber den Grünen diese Rolle zugeschrieben, das sei nicht gut.

Intern übten weitere Abgeordnete Kritik an Kramp-Karrenbauers Position. "Die Achse Berlin-Paris ist mit Blick auf den Brexit wichtiger denn je, umso mehr wäre eine etwas freundlichere Antwort auf Macron wünschenswert gewesen", sagt ein Mitglied der Fraktionsführung. "Es ist einfach nicht klug, Paris mit der Forderung nach einem Verzicht auf den Parlamentssitz in Straßburg zu konfrontieren."

Kramp-Karrenbauer hatte in einem Beitrag für die "Welt am Sonntag" auf europapolitische Vorschläge Macrons geantwortet. Darin hatte sie unter anderem einer Europäisierung der Sozialsysteme eine Absage erteilt und angeregt, das Europaparlament von Straßburg nach Brüssel zu verlegen.

Außerdem regte sie den Bau eines deutsch-französischen Flugzeugträgers an. In Frankreich kamen die Vorschläge nicht gut an. Dagegen wurde Kramp-Karrenbauer vom österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz gelobt.

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flo/ran

insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
brathbrandt 15.03.2019
1. Die CDU zerbricht sowieso.
Dass der gesamte CDU-Ortsverband aus Brandis/Sachsen zu den Freien Wählern überlief, wurde kaum gemeldet. Auch anderswo brodelt es. Merkel weiß das, aber es ist ihr egal. Diese machtgierige Frau kann ja mit den Grünen in die 5. Amtszeit durchstarten. Sie denkt, die Medien werdens schon richten. AKK weiß das auch, aber ihr liegt an der Partei und dem Land. - Wenn nun die CDU zerbricht: Wie wärs, wenn drei mutige Frauen sich zusammen fänden? AKK, Frauke Petri und Sahra Wagenknecht? Eine neue Volkspartei wäre geboren!
claus7447 15.03.2019
2. Kurz lobt...
Ja dann AKK ist ja alles bestens. Wohin will die neue reformierte CDU oder gleich Werteunion. Sicherlich nicht für ein starkes Europa. Weber küsst Orban den Schuh um vielleicht junkerbeerben zu können. Nein, die CDU hat sicherlich keine Europa Visionen. Stillstand ist Rückschritt, den die Erde wird sich weiter drehen.
Profdoc1 15.03.2019
3. Akk
..scheint bereits jetzt überfordert zu sein. Da helfen auch keine peinlichen Karnevalsveranstaltungen. Im Ernst: Sie hat sich selbt entzaubert und zeigt deutlich, dass sie weder als Kanzlerkandidatin, noch als Politikerin auf Berliner Bühne geeignet ist. Ihre politischen Einlassungen zur Strategie des Landes und die zu Europa sind katastrophal. Offensichtlich reicht es doch nur für Lokalpolitik. Komplett überschätzt die Dame....
mullertomas989 15.03.2019
4. Kanzlerin sein (wollen) ist eben ....
... nicht so einfach. Selbst Merkel agiert trotz aller Erfahrung bei weitem nicht fehlerfrei! Aber gerade nach Merkel bin ich auch sehr froh, wenn wir als neue/n Kanzler/in erstmal jemand mit mehr Handlungsentschlossenheit bekommen. Auf AKK trifft das schon mal ohne Zweifel zu.
zeisig 15.03.2019
5. Man kann es nich Allen recht machen.
AKK bezieht klare Positionen. Das macht die CDU wieder berechenbar und zielt in eine Richtung, die mir gefällt. Diese Wischi-Waschi-Europa-Romantik der letzten Jahre muß ein Ende haben. Eine kleine Portion "Deutschland zuerst" darf es schon sein, finde ich.
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