Designierte CDU-Generalsekretärin Personalie Kramp-Karrenbauer überzeugt Merkel-Kritiker

"Eine Frau mit einem klaren Kompass": Annegret Kramp-Karrenbauer soll CDU-Generalsekretärin werden. Auch parteiinterne Kritiker von Angela Merkels Kurs loben die Entscheidung.

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Die Nominierung der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer für das Amt der CDU-Generalsekretärin trifft auch bei parteiinternen Kritikern von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Zustimmung. "Annegret Kramp-Karrenbauer ist in der Partei sehr beliebt und wird ein gutes Ergebnis bekommen", sagte der langjährige Innenexperte der Partei, Wolfgang Bosbach, der "Bild"-Zeitung. Die Berufung Kramp-Karrenbauers könne "auch ein Indiz dafür sein, wie Angela Merkel ihre politische Nachfolge gern regeln würde" (mehr dazu, wie die Kanzlerin ihr Erbe regelt, lesen Sie hier).

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch nannte die Nominierung in der Zeitung "eine gute und kluge Entscheidung für eine Frau mit einem klaren Kompass".

Der frühere Verteidigungsminister Volker Rühe sagte der "Bild", es handle sich um "eine gute Entscheidung". Er sei immer dafür gewesen, "dass sich mögliche Kanzlerkandidaten wie Jens Spahn und andere in schwierigen Ämtern, etwa beim Fraktionsvorsitz oder im Kabinett beweisen können". Der Posten des Generalsekretärs gehöre auf jeden Fall dazu. Rühe war von 1989 bis 1992 CDU-Generalsekretär.

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CDU-Generalsekretäre: Aufsteiger und Parteisoldaten

Bosbach, Koch und Rühe hatten das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen aus CDU-Sicht gerügt. In der Partei wird vor allem der Verlust des Finanzministeriums kritisch gesehen. Als Bosbach 2016 seinen Rückzug aus dem Bundestag ankündigte, galt er als einer der prominentesten Kritiker der Kanzlerin.

Kramp-Karrenbauer soll auf einem CDU-Parteitag am kommenden Montag in das neue Amt gewählt werden. Die 55-Jährige ist seit 2011 Ministerpräsidentin im Saarland und steht derzeit an der Spitze einer Koalition aus CDU und SPD. Die designierte CDU-Generalsekretärin gilt als enge Vertraute Merkels und wurde schon in der Vergangenheit immer wieder als mögliche Nachfolgerin der Kanzlerin und Parteichefin gehandelt.

Das CDU-Präsidium unterstützte am Montag einhellig den Vorschlag von Merkel. Beide Politikerinnen kündigten in einem gemeinsamen Auftritt an, dass die CDU ein neues Grundsatzprogramm erhalten soll.



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aar/dpa/AFP

insgesamt 91 Beiträge
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Seite 1
waldgeist 20.02.2018
1. Schon krass
wie hier die Spin Doctors der Medien am Werk sind. Während die SPD - völlig zurecht - in Grund und Boden geschrieben wird, ist bei der CDU alles easy. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
sven2016 20.02.2018
2.
Eine Empfehlung von Koch und Bosbach macht schon nervös. Was bekommt dafür Spahn? Wird das neue Grundsatzprogramm der CDU auf einen Bierdeckel passen? Quälende Fragen ... und dann ist Frau Merkel noch vier Jahre an der Spitze. Ich glaube, sie wird als Kanzlerin noch von BER abfliegen können, in welcher Koalition dann auch immer.
hans.lotz 20.02.2018
3. Lichtblicke
Die Nominierung von AKK gehört sicher zu den besseren Leistungen von Merkel. Fürwahr, AKK ist eine Politikerin, die einen Plan und Standing hat. So scheint es erst einmal. Einen Vergleich mit der Umfallerin Malu Dryer oder der biegsamen Frau Schwesig anzustellen verbietet die Höflichkeit. Mal sehen, was AKK daraus macht. Na denn, gutes Gelingen, Frau Generalsekretärin.
Blankoscheck 20.02.2018
4. Weiter so .....
Dass die Delegierten am 26.02. Merkels Wunsch ablehnt und ihr einen Rivalen wie Jens Spahn vor die Nase setzt, wäre eine Überraschung. Dass Kramp-Karrenbauer den Niedergang der Partei aufhalten wird, wäre allerdings eine noch größere Überraschung. Ihre Worte spiegeln zwar bereits wieder, dass der Rivale der CDU nämlich zunehmend nicht mehr die SPD ist, sondern eine andere Partei: In Ostdeutschland liegen die Christdemokraten der aktuellen Emnid-Erhebung nach mit 26 Prozent Stimmenanteil nur mehr einen Punkt vor der AfD. Die SPD ist dort mit 14 Prozent weit abgeschlagen und würde in Sachsen aktuell gerade einmal drei Mandate holen, während die AfD auf 13 käme. Vorgezogene Neuwahlen dort könnten die CDU zur Beantwortung ihrer Gretchenfrage zwingen: Koaliert sie lieber mit der Linkspartei oder lieber mit der AfD?
angelobonn 20.02.2018
5. Kopfschütteln
Es ist zum verzweifeln. Was wollen sich die Konservativen in der CDU denn noch alles gefallen lassen?
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