Nachfolgerin von Peter Tauber Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden

Überraschende Entscheidung: Kanzlerin Angela Merkel hat dem CDU-Präsidium Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Generalsekretärin vorgeschlagen. Sie soll auf Peter Tauber folgen.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer


Angela Merkel will ihre Vertraute Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Generalsekretärin machen. Die Parteivorsitzende hat die 55-Jährige im Präsidium für diesen Posten vorgeschlagen, wie der SPIEGEL aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die saarländische Ministerpräsidentin folgt auf Peter Tauber, der sich aus seinem Amt zurückziehen will. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Entscheidung berichtet.

Der 43-Jährige will nach SPIEGEL-Informationen noch am Montag persönlich zu den Gremiensitzungen - Präsidium und Bundesvorstand - erscheinen und dort seine Entscheidung bekannt geben.

Tauber war zuletzt längere Zeit erkrankt gewesen und hatte an den Koalitionsverhandlungen mit der SPD nicht teilgenommen. Bereits bei den Sondierungen über ein Jamaika-Bündnis war er nur selten zu sehen gewesen. Tauber hatte das Amt des CDU-Generalsekretärs 2013 übernommen. Auf seinem Blog schrieb er am Montag: "Mir geht das Lied 'Geile Zeit' von der Band Juli durch den Kopf, wenn ich an die letzten vier Jahre denke."

Sachlich-analytischer Politikstil

Die neue Generalsekretärin soll auf dem kommenden Bundesparteitag am 26. Februar in Berlin gewählt werden, bei dem die CDU über den Koalitionsvertrag mit der SPD abstimmen soll. Die Partei ringt gegenwärtig um ihren Kurs. Auf Kramp-Karrenbauer kommt einiges zu. (Eine Analyse finden Sie hier.)

Die Saarländerin ist eine enge Vertraute Merkels und für einen sachlich-analytischen Politikstil bekannt. Seit 2010 sitzt Kramp-Karrenbauer im CDU-Bundespräsidium. Sie gilt als mögliche Nachfolgerin Merkels im Parteivorsitz und als Kanzlerin.

Breiter Rückhalt für Kramp-Karrenbauer

Bei der Landtagswahl im Saarland Ende März hatte Kramp-Karrenbauer ihrer Partei trotz des Hypes um den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen klaren Sieg gesichert - 40,7 Prozent CDU, 29,6 Prozent SPD.

Im Laufe der Koalitionsverhandlungen war bereits über einen Wechsel der Saar-Regierungschefin als Ministerin nach Berlin spekuliert worden. Hintergrund ist, dass Kramp-Karrenbauer aus Sicht der engsten Parteispitze vor einer möglichen Kandidatur als Merkel-Nachfolgerin bundesweit bekannter werden soll. In der Partei heißt es, Kramp-Karrenbauer genieße breiten Rückhalt in der für eine Neuaufstellung nach einem möglichen Rückzug Merkels wichtigen Riege der Ministerpräsidenten.

Neben dem Posten der Generalsekretärin wird Merkel diese Woche auch die Liste der CDU-Minister in dem angestrebten neuen großen Koalition vorlegen. Die Personalentscheidung wird auch als Signal für die inhaltliche Neuausrichtung der Partei gewertet, die seit Wochen vor allem von Konservativen und dem Wirtschaftsflügel gefordert wird.



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dop/sev/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 133 Beiträge
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post.scriptum 19.02.2018
1. Showdown um Vorsitz und Kanzleramt
Wahrscheinlich wird es zum Showdown zwischen Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn, der ein Gegenmodell zu Merkel ist, um den künftigen CDU-Vorsitz und die Kanzlerschaft kommen. Merkel beginnt endlich, ihre Nachfolge zu regeln. Leider zwei Jahre zu spät. Mutmaßlich hadert sie ohnehin mit ihrer Entscheidung, die Union in den letzten Bundestagswahlkampf geführt zu haben, der bekanntlich mit dem schlechtesten Ergebnis seit 1949 ausging.
nestor01 19.02.2018
2. Untauglicher Versuch die Nachfolge zu regeln
Das potentielle Nachwuchstalent U. von der Leyen soll in die Nato-Zentrale entsorgt werden, wie man liest. Dafür rückt die Jugendliche AKK (55 Jahre alt) als Generalsekretärin für den 43-jahährigen Tauber nach. Wenn das mal gut geht. Genau wie allen anderen vormaligen Kanzlern wird es Merkel nicht vergönnt sein, ihre eigene Nachfolge zu bestimmen. Merkel hat längst den Absprung verpasst.
ruinbyezb, 19.02.2018
3. Ein sanfter Ruck in der CDU wird nicht reichen
Wenn Frau Kramp-Karrenbauer die Merkel-Assistenten: Kauder und Altmaier wegräumt, hat sie meine Sympathien. Wenn Herr Kauder Erneuerung anmahnt (wie kürzlich in der Rheinischen Post berichtet wurde) höre ich den Teufel nach Weihwasser rufen.
josho 19.02.2018
4. Na ja, ein Typ "Wadenbeißer"....
....ist die Dame definitiv nicht. Und zur Stärkung des "konservativen Flügels" oder zur Rückholung an die AfD verloren gegangener Wähler wird sie wohl auch wenig beitragen. Dort wird man diese Personalentscheidung mit Erleichterung wahrnehmen.
romeov 19.02.2018
5. ...jetzt geht's dahin
Die SPD bei 16% und die CDU wird es auch erwischen. Kramp-Karrenbauer ist eher die Frau, die die töpfernde Toskana-Frauen in der CDU anspricht und der immer wieder hoch gehandelte Spahn wird an seinem Image der sozialen Kälte scheitern. Sonst ist nichts in Sicht.
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