Kramp-Karrenbauer über die CDU "Ich bin strikt gegen einen Rechtsruck"

Wohin steuert die CDU? Im SPIEGEL weist Annegret Kramp-Karrenbauer Rufe nach einem Rechtskurs zurück. Bei der Neuausrichtung der Partei will die künftige Generalsekretärin Konflikte mit Angela Merkel nicht scheuen.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer


Die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, das Gewicht der Partei gegenüber der Regierung zu stärken, notfalls auch im Konflikt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ich glaube, dass die Partei eine größere Rolle spielen muss", sagte sie dem SPIEGEL. "Es wird sicher auch Punkte geben, wo die Bundesvorsitzende und ich unterschiedliche Auffassungen haben werden."

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"Konflikte ergeben sich schon daraus, dass die Arbeit in einer Regierung anderen Zwängen unterliegt als die in einer Partei", sagte die saarländische Ministerpräsidentin. Sie habe Merkel erklärt, dass sie wegen Heiner Geißler in die Partei eingetreten sei, so Kramp-Karrenbauer. "Sie weiß also, worauf sie sich einlässt."

Geißler war in den Achtzigerjahren Generalsekretär der CDU und geriet in dieser Zeit häufig in Konflikt mit dem damaligen Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Helmut Kohl.

Kramp-Karrenbauer sprach sich dagegen aus, die Partei weiter rechts zu positionieren. Die CDU sei eine Partei, die verschiedene konfessionelle und weltanschauliche Strömungen vereine. "Wenn unter Rechtsruck verstanden wird, dass wir diese Wurzeln kappen und uns nur noch als konservative Partei definieren, dann bin ich strikt dagegen", sagte sie. "Ich halte den Befund, wir hätten unsere konservativen Wurzeln vernachlässigt, in dieser Absolutheit für falsch."

In der CDU tobt seit der Flüchtlingskrise eine Debatte darüber, ob die Partei sich weiter rechts positionieren müsse, um die AfD zu bekämpfen. CDU-Politiker vom konservativen Flügel wie Jens Spahn plädieren dafür. Liberale Unionsgrößen wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Daniel Günther warnen dagegen vor einem Rechtsschwenk der Partei.

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ran/ama



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