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Anschläge in Berlin Linke Gewalt schreckt deutsche Politik auf

Brennendes Auto, mutmaßlicher Anhänger der linksextremen Szene bei Krawallen am 1. MaiZur Großansicht
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Brennendes Auto, mutmaßlicher Anhänger der linksextremen Szene bei Krawallen am 1. Mai

Täglich neue Anschläge: Nach Schätzung der Polizei hat sich die Zahl linksextremer Gewalttaten in Berlin 2009 verdreifacht. Dies hat eine Debatte über den generellen Umgang mit Linksextremisten ausgelöst. Dabei betreffen die Attacken genau zwei Stadtviertel - und eine bestimmte Klientel.

Berlin - Die Anschlagsserie reißt nicht ab. Unbekannte zertrümmerten in der Nacht zum Dienstag die Scheiben von 23 Bussen und beschädigten geparkte Autos. Fast täglich werden in der Hauptstadt Autos abgefackelt, Brandsätze und Farbbeutel auf Gebäude geworfen. 2009 sind insgesamt rund 300 Fahrzeuge zerstört worden. Polizei und Justiz vermuten dahinter in den meisten Fällen politische Motive von Linksautonomen.

Mit jedem brennenden Auto bekommt die politische Debatte über Ursachen und Gefahrenabwehr neuen Zündstoff: Politiker und Experten streiten sich seit Jahren über den Umgang mit Linksextremismus. Für den Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sind die Berliner Linksautonomen sogar mit den RAF-Terroristen vergleichbar. Auch die Bundesregierung sieht in dieser Szene offenbar eine wachsende Gefahr und diskutiert über Gegenmaßnahmen:

  • Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will einem "Focus"-Bericht zufolge die Szene verstärkt ins Visier nehmen.
  • Familienministerin Kristina Köhler (CDU) will Präventions- und Aussteigerprogramme, die bisher vor allem auf Rechtsextremismus ausgerichtet waren, auf Linksextremismus ausweiten.
  • Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) bemängelt, dass in den vergangenen Jahren die linksextreme Szene unterschätzt wurde und erkennt in den Anschlägen eine "neue Qualität."

Gewaltbereitschaft der autonomen Szene nimmt zu

Doch was hat sich wirklich verändert? Die linksautonome Szene in Berlin besteht nach Schätzungen des Verfassungsschutzes aus rund tausend Personen, deutschlandweit etwa 6000. Bei der Anzahl der Personen sei keine Zunahme zu verzeichnen - was allerdings zunehme, sei die Gewaltbereitschaft der autonomen Szene, sagte die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid dem "Deutschlandfunk". Die Szene habe in letzter Zeit größeres Selbstbewusstsein entwickelt und werte begangene Taten als Erfolge. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Brandanschläge auf Autos und Gebäude. Die Täter nehmen dabei billigend in Kauf, dass Personen zu Schaden kommen.

Im Gegensatz zu linksextremistischer Gewalt, ist rechtsextreme Gewalt in diesem Jahr sogar rückläufig. Qualitativ unterscheidet sie sich aber momentan noch gravierend von linksextremer Gewalt. Während die linke Szene vor allem Sachen beschädigt, werden von der rechten Szene weiterhin vor allem Menschen gezielt angegriffen. Ein Berliner Student schwebte im Sommer nach einem brutalen Angriff durch Neonazis in Lebensgefahr. "Solche Angriffe haben wir von Linksextremisten nicht", sagte Schmid dem "Deutschlandfunk".

Zudem ist linksextremistische Gewalt offenbar lokal begrenzt. In Berlin konzentriert sie sich laut einer Studie des Verfassungsschutzes vor allem auf zwei Stadtteile - auf den Prenzlauer Berg und Kreuzberg-Friedrichshain. Ein Großteil der Straftaten, insbesondere Brandanschläge auf Fahrzeuge, werde dort begangen, wo die meisten Tatverdächtigen selbst wohnen. In diesen Stadtvierteln könne in den vergangenen Jahren eine zunehmende Veränderung der Bevölkerungsstruktur festgestellt werden. Alternative Wohnprojekte würden verdrängt, Mietwohnungen saniert und teuer verkauft. Das Phänomen wird städtegeografisch als Gentrifizierung bezeichnet. In Bekennerschreiben der autonomen Szene finden sich immer wieder Hinweise auf gewaltsame Proteste gegen diese Form von städtischer Umstrukturierung.

In die Stadtteile, welche von Gewalt besonders betroffen sind, kamen mit den neuen Bewohnern auch neue teure Autos. Diese sind nun in den meisten Fällen Zielscheiben der Brandanschläge. Die Täter seien laut Verfassungsschutz überwiegend spontan handelnde Kleingruppen, das heißt kaum organisiert.

Debatte über Ausrichtung staatlicher Programme gegen Extremismus

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) warnt deshalb davor, die linksextremistische Szene aufzuwerten. Obwohl die Szene bereits seit ein paar Jahren gewaltbereiter und aktiver sei, könne längst nicht von einer "neuen Qualität" die Rede sein. In Berlin wurden in diesem Jahr nach Schätzungen des Polizeipräsidenten Dieter Glietsch etwa dreimal so viele Gewalttaten von Linksextremisten begangen wie im vergangenen Jahr. Anschläge in ähnlicher Qualität hätte es aber schon seit langem gegeben, wirklich neu sei nur die Häufigkeit.

Die nicht abreißende Anschlagsserie könnte dennoch erhebliche Auswirkungen auf die Ausrichtung von staatlichen Programmen gegen politisch motivierte Gewalt haben. Familienministerin Köhler will Linksextremismus auf die gleiche Stufe stellen wie Rechtsextremismus. Dafür wurde sie vielfach kritisiert. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach von Verharmlosung der rechten gewaltbereiten Szene. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Die Linke), warf der Bundesregierung im Hinblick auf rechte Gewalt Kurzsichtigkeit vor. Auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, warnte vor einer steigenden Gewaltbereitschaft der Neonazis.

Mit Material von ddp und dpa

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insgesamt 851 Beiträge
gsm900 29.12.2009
nur marginal.
Zitat von sysopTäglich brennen Autos in Berlin. Politiker streiten sich um den künftigen Umgang mit politisch motivierter Gewalt von links. Sind Linksextremisten eine wachsende Bedrohung?
nur marginal.
Kwisatz Haderach 29.12.2009
....die Frage ist in sich schon falsch - Linksextremisten sind ebenso wie Rechtsextremisten eine Bedrohung für unseren Staat, aber: Die Rechtsextremen sind komplett vom BND oder Verfassungsschutz unterwandert, und die [...]
Zitat von sysopTäglich brennen Autos in Berlin. Politiker streiten sich um den künftigen Umgang mit politisch motivierter Gewalt von links. Sind Linksextremisten eine wachsende Bedrohung?
....die Frage ist in sich schon falsch - Linksextremisten sind ebenso wie Rechtsextremisten eine Bedrohung für unseren Staat, aber: Die Rechtsextremen sind komplett vom BND oder Verfassungsschutz unterwandert, und die Linksextremen dürfen "friedlich" die Walpurgisnacht in Berlin, Chaostage in Hannover, und Randale im Schanzenviertel Hamburg machen - denn die sind doch die Guten ! Solange Straßenkämpfer der "Putztruppe" sogar Minister werden konnten und können, darf sich niemand über die verniedlichend Autonome, Alternative, Chaoten und Antifa genannten Linksextremen beschweren ! Und wenn Studenten, die von unseren Geldern finanziert werden, mal eine UNI verwüsten, ist doch nicht schlimm, die dürfen das !
troy_mcclure 29.12.2009
Meiner Meinung nach genau so wenig bedrohlich für die gesamtlage wie die paar Rechten. Nichtsdestotrotz müssen sie, wenn sie Straftaten begehen, natürlich ebenso bestraft werden. Gewalt, zu der auch Autos anzünden gehört ist [...]
Zitat von sysopTäglich brennen Autos in Berlin. Politiker streiten sich um den künftigen Umgang mit politisch motivierter Gewalt von links. Sind Linksextremisten eine wachsende Bedrohung?
Meiner Meinung nach genau so wenig bedrohlich für die gesamtlage wie die paar Rechten. Nichtsdestotrotz müssen sie, wenn sie Straftaten begehen, natürlich ebenso bestraft werden. Gewalt, zu der auch Autos anzünden gehört ist niemals gerechtfertigt.
ernstjüngerfan 29.12.2009
Für Linke und Grüne offensichtlich nicht, die pflegen da eine eigenartige Schweigekultur.
Zitat von sysopTäglich brennen Autos in Berlin. Politiker streiten sich um den künftigen Umgang mit politisch motivierter Gewalt von links. Sind Linksextremisten eine wachsende Bedrohung?
Für Linke und Grüne offensichtlich nicht, die pflegen da eine eigenartige Schweigekultur.
privatbahn 29.12.2009
Meiner Meinung nach ein reines Täuschungs- und Ablenkungsmanöver. Ein weiterer Beitrag um weniger aufgeklärte Menschen in diesem Land hübsch blöd zu halten (Stammtischvertreter und Dauer-Doof-Programm-Glotzen-Gucker). Wer [...]
Zitat von sysopTäglich brennen Autos in Berlin. Politiker streiten sich um den künftigen Umgang mit politisch motivierter Gewalt von links. Sind Linksextremisten eine wachsende Bedrohung?
Meiner Meinung nach ein reines Täuschungs- und Ablenkungsmanöver. Ein weiterer Beitrag um weniger aufgeklärte Menschen in diesem Land hübsch blöd zu halten (Stammtischvertreter und Dauer-Doof-Programm-Glotzen-Gucker). Wer bringt dieses vermeintliche Bedrohungspotenzial in die Medien? Konservative Politiker. In welchen Medien durfte man zuerst darüber lesen? In den Haus- und Hof-Gazetten unserer Volkskanzlerin. Sagt doch alles oder? Und kein Politiker gibt sich die Mühe zu erklären, warum Nacht für Nacht Autos in Brand gesetzt werden.
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