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Anschlag auf Synagoge: Schröder fordert "Aufstand der Anständigen"

Die Bundesstaatsanwaltschaft hat die Untersuchung des Brandanschlags auf die Synagoge in Düsseldorf übernommen. In ganz Deutschland rief das Attentat Entsetzen hervor.

Die Polizei verstärkte den Schutz für die Synagogen in Deutschland
AP

Die Polizei verstärkte den Schutz für die Synagogen in Deutschland

Düsseldorf/München- Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) forderte nach dem Anschlag in der Nacht zum vergangenen Dienstag "einen Aufstand der Anständigen". Nach einem Treffen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, bezeichnete der Kanzler das Attentat als "abscheuliches und hinterhältiges Verbrechen". Es sei "kein örtliches Ereignis, das geht die Bundesregierung an, weil es Deutschland angeht". Clement teilte mit, dass die Belohnung zur Ergreifung der Schuldigen von 10.000 Mark auf 25.000 Mark aufgestockt wurde.

Auch Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) appellierte an die Bürger, bei der Suche nach den Tätern mitzuhelfen. Das Wichtigste sei jetzt, die Brandstifter zu bestrafen, sagte der Minister im ZDF. Es dürfe nicht angehen, "dass sich das jüdische Leben aus Deutschland wieder zurückzieht". Die Mehrheit der Bevölkerung habe mit solch "verabscheuungswürdigen Taten" nichts zu tun.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hat das Attentat ebenfalls scharf verurteilt. Er will das jüdische Leben in der Bundesrepublik stärken. Das Land Bayern werde den Aufbau von Gemeindezentren mit 23 Millionen Mark fördern.

Spiegel will in der jüdischen Bevölkerung Angst ausgemacht haben. Immer häufiger werde von älteren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde gefragt: "Müssen wir wieder weg?" Es müsse ein Ruck durch die deutsche Gesellschaft gehen, forderte Spiegel. "Wir wollen Hitler nicht im Nachhinein zum Erfolg verhelfen".

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