Berlin Attentäter fuhr einmal um den Weihnachtsmarkt herum

Neue Details zur Festnahme des Tatverdächtigen von Berlin: Nach SPIEGEL-Informationen wurde der mutmaßliche Attentäter nur aufgrund einer rudimentären Beschreibung festgesetzt. Der polnische Fahrer wurde mit einem Schuss getötet.

Polizisten am Tatort an der Berliner Gedächtniskirche
AFP

Polizisten am Tatort an der Berliner Gedächtniskirche


Zu dem brutalen Anschlag mit einem Sattelzug auf einen Berliner Weihnachtsmarkt gibt es neue Informationen: Als der Lastwagen am Montagabend in die Menschenmenge auf dem Breitscheidplatz raste, war der polnische Fahrer des Wagens bereits tot. Er starb nach SPIEGEL-Informationen durch einen einzelnen Kopfschuss aus einer kleinkalibrigen Waffe.

Außerdem zweifeln die Ermittler ernstlich daran, dass der als tatverdächtig festgenommene Asylbewerber Navid B. tatsächlich der Fahrer des schwarzen Sattelschleppers war. Wie der SPIEGEL aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurde B. nicht vom Weihnachtsmarkt bis zum Ort der Festnahme verfolgt.

Attentäter fuhr einmal um den Markt, ehe er in die Menge raste

Hinweise, die zu der Festnahme führten, gingen auf einen Zeugen zurück, der den Fahrer aussteigen sah, ihn kurz verfolgte und ihn dann aus den Augen verlor. B. wurde dann auf Grundlage der rudimentären Beschreibung des Zeugen an der Siegessäule aufgegriffen.

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Eine lückenlose Verfolgung des Verdächtigen vom Weihnachtsmarkt, wie es bislang in Medienberichten hieß, hat es demnach nicht gegeben. Die Hinweise reichen wohl nicht für einen Haftbefehl gegen B., hieß es aus Sicherheitskreisen.

Auch zum Tathergang gibt es ein neues Detail: Der Attentäter fuhr mit dem Sattelschlepper demnach einmal um den Weihnachtsmarkt, möglicherweise um Anlauf zu nehmen, ehe er auf den Markt einbog. Das erfuhr der SPIEGEL aus Ermittlerkreisen.

Was bisher geschah im Video-Überblick:

srö/cht



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