Anschlag in Berlin Es reicht!

Der Angriff auf einen Berliner Weihnachtsmarkt öffnet uns die Augen. Wenn es so weitergeht, dann wird man Deutschland nicht mehr wiedererkennen. Zeit zum Handeln!

Gedenken an die Opfer des Anschlags in Berlin
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Gedenken an die Opfer des Anschlags in Berlin

Eine Kolumne von


Terroranschlag in Berlin auf die, "die schon länger hier leben" - und einige von ihnen leben nun nicht mehr. (1) Wir müssen konstatieren: Wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten. (2) Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote! (3) In einer Situation, wo jeder Bürger nach Orientierung, Selbstvergewisserung, Klarheit und Zuversicht schreit, räumt die Regierungschefin ein, dass sie keine Antwort hat. Ist sie dann die richtige Person für ein solches Amt? (4)

Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen.(5)

Ein Satz aus der Chronologie des laufenden Schwachsinns lässt mir seit Tagen keine Ruhe (...), nämlich Katrin Göring-Eckardts Diktum: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt." (6) Wir bekommen die Krätze geschenkt. Die Milben sind da. (7)

Wer von außerhalb Deutschland verfolgt, kann nur zum Schluss kommen, dass es sich um einen failed state handelt. (8)

Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land. (9)

Zurzeit gehört es zum guten Ton, empört zu sein. Empört über Pegida. Die seien fremdenfeindlich, undemokratisch, rechts! heißt es. (...) … Aber gilt das auch für die 49 Prozent der Bevölkerung, die laut Umfrage der "Zeit" "voll und ganz" oder "eher ja" hinter dem Pegida-Protest stehen? Und für die weiteren 26 Prozent, die Pegida "teilweise" recht geben? Sollte die Politik das Unbehagen dieser überwältigenden Mehrheit nicht ernst nehmen, statt es weiterhin zu ignorieren, abzustrafen, ja zu dämonisieren? (...)… Es ist das berechtigte Unbehagen an dieser neuen Form des Faschismus. (10)

Was soll man denn von diesen ganzen 'Deutschland-ist-bunt'-Kampagnen halten? Bunt ist auch ein Komposthaufen. Wir müssen Deutschland dafür buchstäblich zurückerobern. Wir müssen den Menschen Stolz und Identität zurückgeben. Wir müssen dafür den Zeitgeist zurückdrehen. (11) Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung. (12)

Wurde das Volk hinreichend gefragt, ob es der Exekutive unter Merkel das Mandat geben will für die "Umstrukturierung der Bevölkerung Deutschlands"? Sind wir Zeuge einer demokratisch nicht gedeckten, fundamentalen Veränderung des Staatsvolkes? Treibt Merkel diese offensiv voran? Und wer hätte das Recht und die Pflicht, ihr in die Speichen zu greifen? (13)

Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren. Wir sind nicht das Sozialamt für die ganze Welt. Wir werden uns gegen Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren - bis zur letzten Patrone. (14)

Anmerkung: Die Zitate stammen von (1) Matthias Matussek, Journalist; (2) Klaus Bouillon, Innenminister Saarland; (3) Marcus Pretzell, Chef der AfD in Nordrhein-Westfalen; (4) Rudolf Adam, ehemaliger Vizepräsident des BND im Magazin Cicero; (5) Boris Palmer, Grüner Oberbürgermeister von Tübingen; (6) Alexander Wendt, Redakteur des "Focus" auf dem Netz-Blog "Achse des Guten"; (7) Henryk M. Broder, Kolumnist der "Welt" auf dem Netz-Blog "Achse des Guten"; (8) Roland Tichy, Journalist, Vorsitzender der Ludwig- Erhard-Stiftung, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter; (9) Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher der AfD; (10) Alice Schwarzer, Publizistin, auf ihrer Netz-Seite; (11) Frauke Petry, Bundessprecherin der AfD; (12) Peter Sloterdijk, Philosoph, im Magazin "Cicero"; (13) Alexander Kissler, Journalist, im Magazin "Cicero"; (14) Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Chef.

Noch eine Anmerkung: Der Terrorismus ist eine verachtenswerte Form der Kriminalität. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie er Deutschland verändern oder gar gefährden könnte. Das rechte Ressentiment, das längst viel weiter reicht, als der Wirkkreis der AfD misst, hat diese Macht. Wenn ich an Deutschland denke, dann fürchte ich die Rechten mehr als die Terroristen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 118 Beiträge
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Seite 1
arinari 22.12.2016
1. Herr Augstein
Danke für die Zitate, aber Sie haben nicht eines widerlegt oder sind darauf eingegangen. Zum Schluss wieder alles "rechts" und Ihre Angst vor den Rechten. Sie machen es sich sehr einfach. Widerlegen Sie doch ein Zitat nach dem anderen, wenn Sie können. Sie können es nämlich nicht. Und das entlarvt Ihre Unfähigkeit, auf Inhalte einzugehen. Alles wieder "rechts".....nichts neues, sondern nur wieder Etiketten und moralische Entrüstung, das haben viele Leute so satt.
caty24 22.12.2016
2. Danke für den Artikel und danke an die Polizei
Und auch danke der deuschen Behörden.Dieser Stress und das noch vor Weihnachten. Die sind wirklich nicht zu beneiden. Und wie Merkel hier mal wieder rumeiert , gerade bei NTV, ist unfassbar.
Bueckstueck 22.12.2016
3. Erschütternd
Erst dachte ich, bin ich in einer Parallelwelt gelandet, wo Jakob Augstein zum Fähnchen im Wind geworden ist? Dann erkannte ich, dass das nicht halb so schlimm gewesen wäre wie die Realität angesichts der Herkunft der Zitate. Ja, der braune Sumpf steigt weiter und steht euch schon bis zum Bauchnabel. Es ist nichts weniger als die Kapitulation vor religiösem Terrorismus, weil er exakt das zu erreichen versucht was aus jenen Zitaten ertönt...
gersois 22.12.2016
4. Natürlich reicht's
Vor allen das Geschwätz unfähiger Politiker! Da geilen sich die "Sicherheitsexperten" an der Vorratsdatenspeicherung auf, kriegen aber im Zeitalter von "Big Data" nicht einmal eine europaweite Verbrecherdatenbank zustande, in der Kriminelle, die in Italien oder Griechenland eingesessen haben, auch in Deutschland als solche identifiziert werden können. Und es reicht auch für Herrn Jäger, Innenminister in NRW, dem dieser mutmaßliche Täter aus der Überwachung entwischt ist. Der Mann, der in der Opposition so gerne Rücktrittsforderungen stellte, sollte nun seinen Hut nehmen.
willibaldus 22.12.2016
5.
Da hat der Augstein mal recht. Bomben und Terror hatten wir immer in Europa. Mal mehr mal weniger. Rechte Spinner, linke Spinner, religiöse Spinner verschiedener Farben, manchmal einfach Durchgeknallte, manchmal einiges von dem zugleich. Wenn sie uns als die Mehrheit verändern, dann haben sie geschafft, was sie wollten. Zu manchen finde ich einen Zugang. Ein Breivik als nationaler Rassist. Eine RAF als selbstverstandener Kampf gegen braune Seilschaften und Eliten. Eine IRA als Befreiung von Fremdherrschaft der Briten und fremder Religion. ETA als Separatisten Bewegung. Und einige mehr. Was zeichnet eigentlich die jüngsten Terroristen aus? Sie sind meist bekannt als Kleinganoven und Halunken, notorische Verlierer. Legen einen Medienwirksamen Abgang hin für einen kurzzeitigen "Ruhm". Töten im Namen eines Gottesstaates und wissen im tiefsten Inneren, dass sie für ihr Leben und die Morde direkt zur Hölle fahren. Eigentlich möchte ich bezweifeln, dass sie wirklich so religiös sind, wie sie behaupten, ihr Handeln ist nicht religiös. Eigentlich drängt sich mir der Verdacht auf, sie haben einen inneren Zwiespalt zwischen ihrem Ego und dem, was im realen Leben erreicht wurde. Wenigstens zum Ende soll ihr Name, sie, in aller Munde sein. Ja, es scheint mir es sind Egozentriker und Narzissten mit maximal medienwirksamem Abgang. Die Religion ist nur ein Aufkleber. Die Gefährdung wird die nächsten Jahre eher zunehmen. Es sei denn die IS Propagandaabteilung stellt die Arbeit ein. Die Polizei wird ihre Arbeit machen, kann aber nicht alles verhindern. Wenn die Öffentlichkeit wie ein aufgeregter Hühnerhaufen reagiert, bekommen diese Spackos genau die Aufmerksamkeit, die sie sich wünschen. Wenn so was zwei Tage in der Zeitung steht und anschliessend der Brand mit Toten oder der Auffahrunfall auf der Autobahn die Schlagzeilen beherrscht ist schon ein Gutteil der Attraktion für diese Aufmerksamkeit heischenden Idioten nicht mehr vorhanden.
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