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20. Dezember 2016, 19:49 Uhr

Anschlag in Berlin

Warum Naved B. wieder auf freiem Fuß ist

Der nach dem Anschlag in Berlin festgenommene Naved B. war offenbar der falsche Verdächtige. Der Tatverdacht gegen den Pakistaner erwies sich als nicht stichhaltig. Die Gründe für seine Freilassung.

Der Verdacht gegen Naved B. war massiv: Zwölf Menschen sollte der junge Pakistaner getötet, weitere 45 teilweise lebensgefährlich verletzt haben. Indem er mit einem schwer beladenen Lkw direkt auf sie zugerast sein soll, mitten hinein in einen Weihnachtsmarkt nahe der Berliner Gedächtniskirche.

Aber das war offenbar nur ein Anfangsverdacht, der sich nicht bestätigt hat, denn: Der einzige Tatverdächtige im Fall des Attentats auf einen Weihnachtsmarkt im westlichen Zentrum von Berlin wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

"Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ergaben keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten", teilte der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mit. Eine Anwesenheit des Beschuldigten während des Tatgeschehens im Führerhaus des bei der Tat eingesetzten Lkw könne bislang nicht belegt werden. Der Verdächtige selbst hatte die Tat bestritten.

Schon im Vorfeld waren Zweifel an einer Schuld des Festgenommenen aufgekommen:

B. soll am 31. Dezember 2015 nach Deutschland eingereist sein, wo er auch registriert wurde. Laut Innenminister de Maizière wurde sein Asylverfahren jedoch nicht abgeschlossen, offenbar, weil er zu mehreren Anhörungen nicht erschienen war. B. soll wegen kleinerer Delikte polizeibekannt gewesen sein. Deutschland hatte nach seiner Festnahme Kontakt mit pakistanischen Behörden aufgenommen. Eine Quelle aus dem pakistanischen Außenministerium, sagte am Dienstag, dass "Deutschland mit dem Außenministerium in Kontakt getreten" war, nachdem die "Herkunft des Täters nach Pakistan zurückverfolgt wurde".

Dass B. nicht mehr in Polizeigewahrsam ist, bedeutet vor allem eins: Der wahre Attentäter des Lastwagen-Anschlags ist noch auf der Flucht, womöglich bewaffnet.

Der Schwerlaster war am Montag um 20.02 Uhr in eine Budengasse des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche gerast. Zwölf Menschen wurden getötet, darunter der ursprüngliche Fahrer des aus Polen stammenden und wohl gestohlenen Lkw. Verletzt wurden laut Bundesanwaltschaft 45 Personen, davon 30 schwer. Von den Getöteten waren bis zum Nachmittag sechs Menschen identifiziert. Alle seien deutsche Staatsbürger gewesen.

Für Kanzlerin Merkel steht auch politisch viel auf dem Spiel, sollte sich der Täter als Flüchtling erweisen. "Dies wäre besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind, und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und sich um Integration in unser Land bemühen", sagte sie.

Was bisher geschah im Video-Überblick:

ala/dpa

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