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Hunderttausende Datensätze gesammelt: Ermittler blamieren sich bei Jagd nach Antifa-Gruppe

Jahrelang haben Staatsanwälte in Dresden ermittelt und nach SPIEGEL-Informationen Hunderttausende Daten gesammelt. Im Visier: angebliche Neonazi-Jäger aus Antifa-Kreisen. Doch die sogenannte Sportgruppe existiert offenbar nicht.

Dresden - Sächsische Strafverfolgungsbehörden müssen eine schwere Schlappe hinnehmen. Die mehrjährigen Ermittlungen gegen eine obskure "Antifa-Sportgruppe" verliefen nach Informationen des SPIEGEL still und heimlich im Sande.

Offenbar hat es die Gruppe, die angeblich Jagd auf Neonazis machte, nie gegeben (SPIEGEL 31/2011; 47/2012). Die Dresdner Staatsanwaltschaft hatte im Zuge der Ermittlungen mehr als 900.000 Datensätze von Handys erfasst sowie persönliche Daten von mehr als 55.000 Demonstranten, Anwohnern und Anrufern ausgewertet. Alle Verfahren gegen zwischenzeitlich 25 Beschuldigte wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wurden jetzt ohne Auflagen eingestellt.

Bei 18 Personen geht die Staatsanwaltschaft von geringer Schuld aus. Dazu zählt auch der angebliche Rädelsführer. Bei ihm konnten die Ermittler lediglich feststellen, dass er an einer friedlichen Demonstration gegen Neonazis teilnahm.

stw/dat

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