Nach Nahles-Kritik an Grünen Hofreiter nennt SPD "hilflos und orientierungslos"

Rücksichtslose Klimapolitik wirft Andrea Nahles den Grünen vor. Deren Fraktionschef Hofreiter kontert - und geht die Sozialdemokraten hart an.

Anton Hofreiter (Archivfoto)
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Anton Hofreiter (Archivfoto)


SPD-Chefin Andrea Nahles attackiert die Grünen. Der Gegenangriff lässt nicht lange auf sich warten: Nahles' Kritik zeige, "wie hilflos und orientierungslos die SPD inzwischen um sich schlägt", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Die Sozialdemokraten bremsten seit Jahren bei der Kohle und verpassten so die Gestaltung des notwendigen Strukturwandels.

"Wohin so was führt, kann man leider in Teilen des Ruhrgebiets sehen", sagte er. "Statt die Menschen in der Lausitz, Mitteldeutschland und im Rheinischen Revier zu verunsichern, sollte Frau Nahles gerne mit uns gemeinsam an Konzepten für den Umbau arbeiten."

Nahles wirft den Grünen im aktuellen SPIEGEL vor, mit einer rücksichtslosen Klimaschutzpolitik ganze Regionen in Deutschland allein zu lassen. "Die Grünen betreiben Klimaschutz durch das staatlich angeordnete Abschalten von Kohlekraftwerken, ohne sich um die Menschen vor Ort zu kümmern", kritisiert die SPD-Vorsitzende. "Die Verengung der Klimaproblematik auf die Braunkohle ist für uns nicht akzeptabel."

Niemand bestreite, dass Deutschland aus der Kohle aussteigen müsse, so Nahles. "Aber für eine Blutgrätsche gegen die Braunkohle steht die SPD nicht zur Verfügung. Wir können diese Technologie nicht einfach abknipsen. An der Kohle hängen Lebensläufe und ganze Regionen."

Die SPD-Vorsitzende kündigte an, in der Umweltpolitik künftig vor allem die Folgen für die Beschäftigten in den Abbaugebieten in den Fokus rücken zu wollen. Strukturwandel müsse neue Ideen nutzen um Klimaschutz und Arbeitsplätze zu verbinden, zum Beispiel mit CO2-freien Speicherkraftwerken, fordert die Sozialdemokratin. "Wir müssen diese Regionen wirklich ernst nehmen."

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asa/dpa

insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
drent 31.08.2018
1. Nahles gegen Hofreiter
Da ist für etliche Zeit Unterhaltung angesagt. Und ganz ohne seriöse Politik - wo soll sie denn bei solchen Schwergewichten auch herkommen.
knok 31.08.2018
2. Überschrift
Was die SPD mit Frau Nahles hier versucht, ist Populismus in Reinform. Das steht Söder und Seehofer in Nichts nach. Schade, u.a. wegen dieser Umweltpolitik ist die SPD gegenwärtig unwählbar.
k.wessel 31.08.2018
3.
Nun, mein Fall ist der Hochzurossreiter nicht - aber wo er recht hat, hat er recht. Es gab mal Personen vom Kaliber eines W.Brandt, E.Ollenhauer, Carlo Schmid ....die würden einer wie der andere heute ihr Parteibuch zurückgeben.
widderfru 31.08.2018
4. Fakt: Panik der SPD Berufspolitiker
Die haben nicht nur der SPD, hoffentlich sich selbst das Grab geschaufelt. Die sind unglaubwürdig, ihre Hilflosigkeit belegen die mit ihrem aufgesetzten Sozialgewissen. Diese Kehrtwende nimmt euch kein denkender Bürger ab.
jowitt 31.08.2018
5. @knok Heute, 17:45
Zitat von knokWas die SPD mit Frau Nahles hier versucht, ist Populismus in Reinform. Das steht Söder und Seehofer in Nichts nach. Schade, u.a. wegen dieser Umweltpolitik ist die SPD gegenwärtig unwählbar.
Ja. Ganz großes Tennis! Wo ein überstürzter Ausstieg aus Energieförderung hinführt, kann man ja heute noch im Rurgebiet oder Saarland bestaunen. Eben dieses Schicksal will Frau Nahles den Menschen in der Lausitz ersparen. Was soll daran falsch sein?
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