Ticketpreise Grünen-Fraktionschef wirft Bahn Abzocke vor

"Endlich den Schalter umlegen": Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter übt im SPIEGEL heftige Kritik an der Bahn. Ursache vieler Mängel sei eine falsche Philosophie des Konzernchefs.

Anton Hofreiter
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Die Grünen kritisieren den schlechten Zustand der Deutschen Bahn und gehen mit Konzernchef Rüdiger Grube hart ins Gericht.

"Die Deutsche Bahn muss endlich den Schalter umlegen: von Investments im Ausland zum heimischen Schienennetz, von Abzocke zu fairen Ticketpreisen, von überteuerten Prestigeprojekten zur Sanierung des Bestandsnetzes, von Unzuverlässigkeit zu Pünktlichkeit", sagte der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, dem SPIEGEL. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Es reiche nicht, wenn Bahn-Chef Grube "vom Verkehr in Deutschland als Brot-und-Butter-Geschäft fabuliert". Er müsse ihn auch als Kernaufgabe wahrnehmen - und dürfe sich nicht international verzetteln.

Hofreiter, ehemaliger Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, kritisierte im SPIEGEL auch, dass die Gütersparte durch den Abbau Tausender Stellen und das Schließen von Verladestationen saniert werden soll: "Es ist inakzeptabel, dass die Bahn Betriebe vom Netz abkoppelt und dadurch Güterverkehr auf die Straße lenkt. Das ist zukunftsvergessen und volkswirtschaftlich schädlich."

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 138 Beiträge
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Seite 1
carlmørck 26.03.2016
1. sehr richtig
Wir sollten die Bahn endlich wieder richtig verstaatlichen und aufhören dieses unternehmen zu einer Telekom 2.0 zu machen, die ihre Macht ausnutzt und einer der größten Leiharbeitsarbeitnehmer wird.
GoaSkin 26.03.2016
2. wie soll das im Falle von privatwirtschaftlichem Monopolismus auch anders sein?
Es wird Zeit, das Streckennetz endlich einmal aus dem DB-Konzern herauszunehmen, um dann Struktur- und Trassenpreise so zu gestalten, dass ein Wettbewerb auf der Schiene nicht nur in der Theorie möglich ist, sondern auch Realität. In Groß-Britannien und Italien funktioniert das auch - und Bahn fahren ist dort viel billiger.
spiegelleser987 26.03.2016
3.
Zitat: "Es ist inakzeptabel, dass die Bahn Betriebe vom Netz abkoppelt und dadurch Güterverkehr auf die Straße lenkt. " Die Bahn lenkt nicht den Güterverkehr auf die Straße. Die Straße nimmt der Bahn den Güterverkehr weg. Die Bahn hat dann nicht mehr ausreichend zu tun und lenkt nach. Hat er das nicht mitgekriegt?
tschoon 26.03.2016
4. Wer einmal Güter auf der Schiene transportieren will kann ein Lied davon singen...
die Bahn wusste nicht mal bei bahnvwrladenem Holz wo sich der Zug genau befindet. Die Bahn hat als AG nur ihre Investitionen für die Aktionäre und arbeitet nicht als Akteur für die Bevölkerung. Außer die sog Kundschaft zahlt für Leistungen,die am Ende nicht erhält.
koelscherjeck 26.03.2016
5.
Volkswirtschaftlich schädlich sind einzig und allein alle Eingriffe seitens der Poltik in das Marktgeschehen, z.B. Energiepolitik, Arbeitsmarktpolitik. Vielleicht sollte die Bahn nicht ihre Gewinne an den Bund abführen, sondern für Investitionen nutzen dürfen. Der Grünen Chef ist ein makroökonomischer Dilettant.
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