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04. Mai 2012, 00:18 Uhr

ARD-Deutschlandtrend

Rösler sackt auf Rekordtief

Er ist so unbeliebt wie nie zuvor: Gerade 16 Prozent der Bürger glauben noch, dass der FDP-Chef und Wirtschaftsminister Philipp Rösler gute Arbeit leistet. Es ist kurz vor Ende der Landtagswahlkämpfe in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ein verheerendes Signal.

Berlin - Ausgerechnet kurz vor den Urnengängen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein: FDP-Chef Philipp Rösler sinkt laut einer Umfrage in der Gunst der Wähler auf einen neuen Tiefpunkt. Mit seiner Arbeit sind nur noch 16 Prozent der Deutschen zufrieden, wie aus dem "Deutschlandtrend" der ARD hervorgeht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das sei der schlechteste Wert, der in der Erhebung je für ihn gemessen worden sei.

Der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki und Ex-Generalsekretär Christian Lindner in Nordrhein-Westfalen müssen nun Rösler davor bewahren, nicht nur als jüngster, sondern auch als FDP-Vorsitzender mit der kürzesten Amtszeit in die Parteigeschichte einzugehen. Am Tag der NRW-Entscheidung am 13. Mai jährt sich Röslers Wahl an die Bundesspitze.

Doch für Röslers politisches Überleben in Berlin kämpfen Kubicki und Lindner mitnichten. Die beiden Spitzenkandidaten haben sich inhaltlich und emotional längst von dessen Kurs distanziert.

Röslers Partei gewinnt in der ARD-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap immerhin einen Prozentpunkt. Mit vier Prozent würde die FDP es aber immer noch nicht in den Bundestag schaffen. Die Union verliert einen Punkt und kommt auf 34 Prozent. Die SPD erreicht 28 Prozent (plus ein Prozent), die Grünen liegen unverändert bei 14 Prozent. Die Piraten klettern um einen Punkt auf elf Prozent, die Linke verliert einen Punkt und steht bei sechs Prozent.

Auf der Liste der beliebtesten Parteipolitiker belegte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter den ersten Platz. Mit ihrer Arbeit waren 61 Prozent der Bundesbürger zufrieden, ein leichter Rückgang von zwei Punkten gegenüber dem Vormonat. Beliebter als alle Parteipolitiker ist der Umfrage zufolge Bundespräsident Joachim Gauck: 70 Prozent der Befragten fanden seine Arbeit gut, ein Anstieg von sechs Punkten gegenüber dem Vormonat. Für die Beliebtheitsskala wurden den Angaben zufolge mehr als tausend Wahlberechtigte befragt.

bos/dpa/AFP

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