SPIEGEL-Umfrage Mehrheit will CSU-Politik - aber mit Merkel als Kanzlerin

Der Streit zwischen CDU und CSU spaltet die Deutschen. Laut einer SPIEGEL-Umfrage wünscht sich die Mehrheit einen schärferen Flüchtlingskurs. Kanzlerin soll aber Angela Merkel bleiben.

Angela Merkel, Horst Seehofer
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Angela Merkel, Horst Seehofer


Die Deutschen wünschen sich mehrheitlich eine restriktivere Flüchtlingspolitik, wie die CSU sie vorschlägt. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie sich Horst Seehofer oder gar Markus Söder an der Regierungsspitze wünschen: Im Kanzleramt soll bitte schön Angela Merkel bleiben - auch dafür spricht sich eine klare Mehrheit aus. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Public für den SPIEGEL. In Zahlen: Nur 34 Prozent der Befragten stimmten der Position zu, dass Deutschland es wegen seiner humanitären Verpflichtungen Migranten und Flüchtlingen nicht erschweren solle, ins Land zu kommen.

57 Prozent sprachen sich hingegen dafür aus, dass der Zugang erschwert werden solle, denn das Land sei mit der Zahl der Flüchtlinge und Migranten und deren Integration überfordert. Gar 61 Prozent der Befragten unterstützten die Position der CSU, Flüchtlinge, deren Fingerabdrücke bereits in einem anderen EU-Land registriert sind, an der Grenze zurückzuweisen. Nur 30 Prozent halten diese Position für falsch.

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Breite Zustimmung für die CSU-Positionen also - einen anderen Kanzler oder eine andere Kanzlerin wünschen sich die Deutschen dennoch nicht. 58 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass Angela Merkel Kanzlerin bleiben solle. Nur 36 Prozent sind dagegen. In der Frage, ob Deutschland versuchen sollte, die Flüchtlingsproblematik eher auf nationaler Ebene oder gemeinsam mit den EU-Partnern zu lösen, denken 68 Prozent, dass dies nur auf europäischer Ebene möglich ist - was auch die Position Angela Merkels ist.

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Im aktuellen Streit der beiden Unionsparteien können sich damit sowohl Merkel als auch die CSU bestätigt fühlen. Wie aber soll es weitergehen? Auch dazu hat das Meinungsforschungsinstitut die Befragten um ihre Meinung gebeten. 54 Prozent sprachen sich dafür aus, dass CDU und CSU sich künftig getrennt im gesamten Bundesgebiet zur Wahl stellen und gegeneinander antreten. Selbst die Anhänger von CDU und CSU sind zu 42 Prozent dieser Ansicht.

Kantar Public befragte am 19. und 20. Juni 947 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte am Telefon.

Stimmenfang #56 - Unionsstreit zur Asylpolitik: Darum können Merkel und Seehofer beide nur verlieren

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