Thüringen und Baden-Württemberg Brände in Asylbewerberheimen - mehrere Verletzte

In Thüringen und Baden-Württemberg haben Flüchtlingsheime gebrannt. Bei dem Feuer in Ebeleben gehen die Ermittler von einem politischen Hintergrund aus. In Rottenburg wurden Menschen verletzt, als sie sich in Sicherheit bringen wollten.


Feuer in einer künftigen Flüchtlingsunterkunft in Thüringen: In Ebeleben im Kyffhäuserkreis ist am Montagmorgen ein Gebäude in Brand geraten, in dem Asylbewerber untergebracht werden sollten. Im Ortsteil Rockensußra brannten nach Angaben der Polizei die Dachstühle von drei Wohnblöcken, die derzeit saniert werden. Mehrere Ortsfeuerwehren waren im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die Arbeiten dauerten am Morgen noch an. Laut einem Bericht des MDR ist das Feuer weitgehend gelöscht.

Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei niemand. Die Ermittler gehen von einem Brandanschlag aus. Ein Sprecher sagte MDR Thüringen, schon in der Nacht sei mit einem Hubschrauber und Fährtenhunden nach mutmaßlichen Tätern gesucht worden. Der Schaden werde derzeit auf 300.000 Euro geschätzt.

"Wir gehen von einer politisch motivierten Brandstiftung aus", sagte eine Polizeisprecherin in Nordhausen. Ein technischer Defekt werde ausgeschlossen. Die Feuerwehr konnte die Brände löschen, verletzt wurde niemand.

Dass das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden solle, sei jedoch nur wenigen bekannt gewesen, sagte Landrätin Antje Hochwind dem MDR. Erst am Montagabend hätte es dazu Gespräche mit dem Ortsteilrat geben sollen. In Rockensußra sind seit mehreren Jahren 90 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht. In weiteren vier Wohnhäusern hätten jetzt vermutlich noch einmal so viele untergebracht werden sollen.

Verletzte in Rottenburg

Auch in Baden-Württemberg brannte es in der Nacht: In Rottenburg am Neckar brach nach Polizeiangaben ein Feuer in einem mehrstöckigen Wohncontainer einer Asylunterkunft aus. Drei Menschen wurden verletzt, als sie sich durch einen Sprung aus dem Fenster in Sicherheit bringen wollten, zwei weitere Bewohner hatten Rauchgas eingeatmet.

In der Unterkunft sind derzeit 84 Menschen gemeldet. Die Brandursache ist noch unklar.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Brandstiftungen in geplanten Flüchtlingsunterkünften gegeben, die vermutlich einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatten. Erst in der Nacht zum Sonntag hatten Unbekannte erneut einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt. Die Täter warfen eine Rauchbombe in die Hofanlage eines Hauses in Neckargemünd, in dem unter anderem rund 50 Flüchtlinge untergebracht sind.

vek/dpa



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