Berlin-Hellersdorf: Politiker stellen sich hinter Flüchtlinge

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Asylbewerberheim in Hellersdorf (links): "Traumatisierte Menschen verdienen Schutz"

Proteste gegen eine Asylunterkunft im Berliner Osten sorgen für hässliche Szenen. Nun haben sich die Bundestagskandidaten von sechs Parteien geschlossen hinter die Flüchtlinge gestellt - sie fürchten, dass die Stimmungsmache von rechts außen weitergeht.

Berlin - Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf sorgt nach dem Streit über die Asylunterkunft bundesweit für Schlagzeilen. Nach den Anfeindungen gegenüber neuen Flüchtlingen haben sich die Direktkandidaten von sechs Parteien hinter die Asylsuchenden gestellt: "Schwer traumatisierte Menschen aus Bürgerkriegsländern verdienen den Schutz, die Hilfe und den Beistand unserer Gesellschaft", heißt es in einem Aufruf der Kandidaten, den sie am Mittwochabend veröffentlichten.

"Wir verwahren uns gegen die empörenden Versuche von Rechtsextremisten, ausländerfeindliche Stimmung zu schüren und Wahlkampf auf dem Rücken der verstörten und traumatisierten Flüchtlinge zu machen."

Die Initiative tragen gemeinsam Monika Grütters (CDU), Iris Spranger (SPD), Stefan Ziller (Grüne), Tom Wesener (FDP), Björn Glienke (Piraten) sowie Petra Pau (Linke), die derzeit gewählte Direktkandidatin des Wahlkreises. Sie hätten Verständnis für die Sorgen vieler Anwohner vor Veränderungen, die das neue Flüchtlingsheim mit sich bringen könne, erklären die Kandidaten. Sie seien sich aber sicher, "dass gerade auch der Kontakt der Flüchtlinge mit den Anwohnern zur Entspannung beitragen kann". Als "überzeugte Demokraten" stellen sich die sechs Kandidaten "gegen Rassismus und menschenverachtende Äußerungen".

Rund 40 NPD-Anhänger hatten am Dienstagabend in Hellersdorf gegen das Heim protestiert, in dem seit Montag unter anderem Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und vom Balkan untergebracht sind. Dabei war es zu Zusammenstößen mit der Polizei und Gegendemonstranten gekommen. Am Mittwoch standen sich wieder rechte und linke Demonstranten in der Nähe des Hellersdorfer Heims und andernorts in Berlin gegenüber.

Auch bei einer Kundgebung der Rechtspopulisten von Pro Deutschland am Mittwoch in Berlin-Mitte zeigten sich die Berliner Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Linke und Grünen einträchtig bei der Gegendemonstration.

Weitere Politiker positionierten sich gegen die Proteste von rechts außen in der Hauptstadt. Als "menschenverachtend" und "unerträglich" verurteilte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Böhmer, die ausländerfeindlichen Kundgebungen. "Rechtsradikale Hetze und Parolen gegen Asylbewerber und Flüchtlinge kritisiere ich auf das Schärfste", erklärte sie.

fab/AFP

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