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Ruf nach Stiftung: Merkel lehnt Übernahme von Atom-Altlasten ab

Wer trägt die Verantwortung für die Abwicklung der Atomkraftwerke? Nicht der Bund, meint Angela Merkel. Eine einseitige Verlagerung der Risiken "werden wir nicht mitmachen", sagte sie jetzt in einem Zeitungsinterview.

Offenbar gegen die Atomstiftung: Angela Merkel bei einem Auftritt in Naumburg Zur Großansicht
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Offenbar gegen die Atomstiftung: Angela Merkel bei einem Auftritt in Naumburg

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Idee einer Atom-Stiftung für die Energiewirtschaft indirekt abgelehnt. "Im Grundsatz muss es dabei bleiben, dass die Unternehmen die Verantwortung für die Entsorgung von Atommüll tragen", sagte die CDU-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dafür hätten sie Rückstellungen gebildet. Eine einseitige Verlagerung der Risiken "werden wir nicht mitmachen".

Nach SPIEGEL-Informationen wollen die drei großen Energieversorger E.on, RWE und EnBW zusammen mit dem Bund eine öffentlich-rechtliche Stiftung gründen, die den milliardenteuren Abriss und die Endlagerung des strahlenden Mülls übernehmen soll. Der Vorstoß war auf breiten politischen Widerstand gestoßen.

Merkel deutete nun zwar ebenfalls ihre Ablehnung an, wollte sich zur Idee der Energiekonzerne aber nicht direkt äußern. Sie habe davon bisher nur in der Presse gelesen. "Wir werden über das Thema der Kernkraftwerke und ihrer Altlasten sicher noch viele Gespräche führen", sagte Merkel.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 120 Beiträge
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1. "Ruf nach Stiftung"?
winnirich 16.05.2014
...wer "ruft" da? Das Volk? Die Politiker? Ich habe nichts gehört! So weit ich weiss waren es 4 Energiekonzerne, die Ihre Verluste in der Zukunft sozialisieren wollen.
2. Na also...
ferdi111 16.05.2014
Gespräche führen? Das wars! Das Witschaftwachstum sollte in Germany in Zukunft immer am Limit laufen: Mrd für Atomkraft,Mrd für Renten/Pensionen, Mrd für Krankenkassen, Mrd für Armee, MRd für Subventionen, Mrd für weitere Steuererleichterungen für Mrdäre...ha ha ha. JEDES Jahr wird jetzt ein Knüppel ausgepackt...mal sehen, wie viele Knüppel das Wahlvolk aushält? Darauf könnten doch Wetten abgeschlossen werden, oder?
3.
stefanlinder 16.05.2014
Diese Statements habe ich in den letzten Jahren zu oft gehört, zum Schluss ist wieder alles alternativlos
4.
a_w 16.05.2014
tolle Einstellung erst mal die Kosten für grüne Energie auf normal Verbraucher übertragen und jetzt nicht einmal bei der Beseitigung von Atomkraftwerken unterstützen. Von sozialen Stadt ist nichts mehr übrig. :(
5. Also nicht einseitig heißt?
Rosa3000 16.05.2014
50%? 70%? 90%? Die Kunst das Volk zu betrügen ohne offen zu lügen.
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Grafiken: So steht es um die globale Atomindustrie

Kernreaktoren
Thermischer Reaktor
In einem Kernreaktor kommt die Kettenreaktion durch Neutronen zustande, die bei der Kernspaltung entstehen und ihrerseits weitere Urankerne spalten. Dazu müssen sie allerdings abgebremst werden. Dazu ist ein sogenannter Moderator notwendig, bei dem es sich in den meisten thermischen Reaktoren um gewöhnliches Wasser handelt, manchmal auch um sogenanntes schweres Wasser oder Grafit.
Brutreaktor
In Brutreaktoren wird ein Gemisch von Uran- und Plutoniumoxid, der sogenannte Mox-Brennstoff, verwendet. Natürliches Uranerz besteht nur zu 0,7 Prozent aus dem spaltbaren Isotop Uran-235, den Rest macht das nicht spaltbaren Uran-238 aus. In einem Brutreaktor wird aber Uran-238 zu Plutonium-239 umgewandelt. In Wiederaufbereitungsanlagen kann das Plutonium abgetrennt und dann als Kernbrennstoff wiederverwendet werden. Auf diese Weise gewinnen Brutreaktoren aus dem vorhandenen Uran in etwa 30 Mal mehr Energie als Leichtwasserreaktoren.

Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.

Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.
Uran und Plutonium in Atomwaffen
Bei einer Uranbombe, wie sie die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima gezündet haben, reichte es bereits, eine Halbkugel des spaltbaren Materials auf einen Dorn zu schießen, die zusammen die kritische Masse für eine Atomexplosion erreichten. Mit Plutonium aber funktioniert dieses sogenannte Kanonenprinzip nicht.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.

Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.


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