Atomkraft Billiger abschalten

Um den rot-grünen Atomstreit beizulegen, soll nun doch in dieser Legislaturperiode mindestens ein Kernkraftwerk vom Netz genommen werden. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller plant eine brancheninterne Entschädigung für Atombetreiber, die Meiler vorzeitig stillegen.


Werner Müller
AP

Werner Müller

Hamburg - Für die ausgefallene Reaktorlaufzeit sollen die Aussteiger von den übrigen Stromkonzernen mit um ein Drittel billigeren Ersatzstrom beliefert werden ­ zu vier Pfennig je Kilowattstunde. Damit will Müller den Konzernvorständen und Aufsichtsräten das Abschalten erleichtern und Klagen von Anteilseignern vermeiden.

Der parteilose Wirtschaftsminister nahm bereits Kontakt zu Hamburgs Erstem Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) auf, der zugleich dem Aufsichtsrat der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) vorsitzt. Dem Stromunternehmen gehört mehrheitlich das Atomkraftwerk Brunsbüttel, das 1976 ans Netz ging und wegen seiner vergleichsweise geringen Leistung von 806 Megawatt als idealer Abschaltkandidat gilt.

DER SPIEGEL 30/1999 - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags



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