Alternative zu Zwischenlager Gorleben: Grüne kommen Altmaier bei Atommüllproblem entgegen

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Protest gegen Castor-Transport nach Gorleben: Wo wird Atommüll künftig zwischengelagert? Zur Großansicht
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Protest gegen Castor-Transport nach Gorleben: Wo wird Atommüll künftig zwischengelagert?

Der Jubel über den Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz war groß, nun geht es um die Folgen: Wo soll der Atommüll hin, wenn Gorleben als Zwischenlager ausfällt? Die Regierungen in Kiel und Stuttgart signalisieren Umweltminister Altmaier Gesprächsbereitschaft - mit klaren Bedingungen.

Berlin - So ist das manchmal in der Politik: Ein Problem hat man gelöst - aber dafür ergibt sich gleich ein neues. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erlebte das in diesen Tagen. Sein Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz sei ja schön und gut, hieß es allerorten - aber über die Konsequenzen hätten sich wohl weder Altmaier noch seine Verhandlungspartner Gedanken gemacht. Es geht vor allem um die Zusage an die rot-grüne Regierung in Niedersachsen, wonach Gorleben als Zwischenlager bis auf weiteres dichtgemacht wird.

Die Frage ist nun: Wo soll der Atommüll stattdessen hin?

Es geht um 26 Castor-Behälter mit stark strahlendem Material, fünf aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague und 21 aus dem englischen Sellafield, die in den kommenden Jahren nach Deutschland zurückkehren. Wenn sie entgegen der bisher geltenden Verträge und der entsprechenden Genehmigung für Gorleben nicht mehr im niedersächsischen Wendland zwischengelagert werden dürfen, müssen rasch Alternativen gefunden werden.

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Zwischenlager in Deutschland

Außer in Gorleben gibt es in Deutschland zwei weitere sogenannte zentrale Zwischenlager in Ahaus (Nordrhein-Westfalen) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern), dazu kommen zwölf Zwischenlager, die an laufende Atomkraftwerke gekoppelt sind (siehe Grafik).

Die ersten Reaktionen aus den Bundesländern lauteten wenig überraschend: Atommüll, nein danke! Auch bei der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), die im Auftrag der deutschen AKW-Betreiber die Zwischenlagerung der Castoren managt, zeigte man sich wenig angetan von dem Gorleben-Stopp.

Aber nun kommt Bewegung in die Debatte: Schleswig-Holsteins Vizeministerpräsident Robert Habeck bietet Umweltminister Altmaier bereits Gespräche über eine mögliche Zwischenlagerung im Lande an, auch die baden-württembergische Landesregierung will sich einer Lösung nicht verschließen.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck ist genauso wie der Stuttgarter Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Grüner. Für ihre Partei geht es um viel in dieser Frage. Dass Gorleben mit dem vorliegenden Suchgesetz-Kompromiss zwar theoretisch weiter als Atomendlager im Topf, aber dafür als Zwischenlager geschlossen wird, werten die Grünen als großen Erfolg der eigenen jahrzehntelangen Bemühungen. Deshalb, so die Überzeugung, darf man sich nun in der Zwischenlager-Frage nicht stur geben.

Einiges spricht für Standorte in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg

Und in Kiel wie Stuttgart hat man zur Kenntnis genommen, dass einiges für Standorte in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg spricht. Denn je kürzer der Landweg für die Castoren in Deutschland, umso geringer ist die Strahlenbelastung und die mögliche Behinderung durch Demonstranten. Das könnte die Zwischenlager Brunsbüttel wegen seiner Küstenlage und das unweit der französischen Grenze gelegene Philippsburg präjudizieren.

"Wir sind im Interesse einer konsensualen Lösung der Gesamtthematik grundsätzlich auch bereit, einen Beitrag dazu zu leisten, dass es zur besten aller unbefriedigenden Lösungen kommt", schreibt Habeck nun in einem Brief an Altmaier. Das SPIEGEL ONLINE vorliegende Schreiben ging dem Bundesumweltminister am Donnerstag zu und ist mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) abgestimmt. Ein Sprecher Kretschmanns erklärte: "Die Landesregierung Baden-Württemberg schließt nichts aus - bei den Castor-Transporten gilt wie auch bei der Endlagersuche: Eine gute Lösung entsteht dann, wenn sich niemand aus der Verantwortung nimmt."

Darauf pocht auch Schleswig-Holstein. So fordert Habeck eine "gerechte Lastenverteilung unter den Ländern". Und noch eine Bedingung ist ihm wichtig: Die Einlagerung des Atommülls müsse befristet bleiben. "Zwischenlager dürfen nicht schleichend zu Endlagern werden", mahnt er. Dahinter versteckt sich die Sorge, dass man auf dem Atommüll sitzenbleiben könnte, wenn die Suche nach einem Endlager nicht vorankommt. Zudem müsse "sichergestellt sein, dass die Energieversorgungsunternehmen voll zu den Kosten herangezogen werden", fordert der Grünen-Politiker.

Der Bundesumweltminister zeigte sich am Donnerstag erfreut über das Angebot seines grünen Amtskollegen aus Norddeutschland. "Ich begrüße die konstruktive Haltung des schleswig-holsteinischen Umweltministers", sagte Altmaier SPIEGEL ONLINE. "Ich bin überzeugt, dass wir auf der Grundlage seines Briefes zu einer gemeinsam getragenen Lösung kommen können."

Voraussichtlich am übernächsten Wochenende will sich der CDU-Politiker nun mit den Ministerpräsidenten und Parteienvertretern treffen, um das Standortsuchgesetz endgültig auf den Weg zu bringen. Die Zwischenlager-Frage dürfte dann ganz weit oben auf der Agenda stehen.

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insgesamt 99 Beiträge
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1. Wenn Kretschann den
Badischer Revoluzzer 28.03.2013
Atommüll im Schwarzwald lagern will, dann brennt hier die Luft !
2. Der
chico 76 28.03.2013
endlosen Endlagersuche Teil 2. Die endlose Zwischenlagersuche. Hier werden Kompromisse geschlossen, ein Argument, wegen kürzerer Castorfahrzeiten. Aus Angst vor Demos dagegen, dass wir unseren eigenen Müll zurücknehmen. Wie doof ist das denn ?
3. aber ja doch
Stabhalter 28.03.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Jubel über den Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz war groß, nun geht es um die Folgen: Wo soll der Atommüll hin, wenn Gorleben als Zwischenlager ausfällt? Die Regierungen in Kiel und Stuttgart signalisieren Umweltminister Altmaier Gesprächsbereitschaft - mit klaren Bedingungen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/atommuell-gruene-in-kiel-und-stuttgart-offen-fuer-castor-zwischenlager-a-891503.html
Atomstrom ist doch so sauber wird einem immer wieder gesagt,weil die Politkasper keine Ahnung davon haben.So sollen doch die Befürworter den Atommüll in ihrer Wohnung lagern,das wäre doch eine Option,oder???
4.
plastic_paddy 28.03.2013
Atomkraftwerke produzieren keinen Strom, sondern Plutonium. Ausserdem gibt es umweltvertraeglichere Methoden Wasser zu kochen....
5. Dauerhafte Zwischenlagerung ist das einzig Sinnvolle
Thomas Weber 28.03.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Jubel über den Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz war groß, nun geht es um die Folgen: Wo soll der Atommüll hin, wenn Gorleben als Zwischenlager ausfällt? Die Regierungen in Kiel und Stuttgart signalisieren Umweltminister Altmaier Gesprächsbereitschaft - mit klaren Bedingungen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/atommuell-gruene-in-kiel-und-stuttgart-offen-fuer-castor-zwischenlager-a-891503.html
Folgende Kriterien scheinen mir sinnvoll als Orientierung für einen nachhaltigen Umgang mit Atommüll. 1. im Sinne einer Kreislaufwirtschaft ist es das Beste, wenn der Stoffkreislauf für Atommüll geschlossen wird, d.h., dass der Müll wieder in seine ungefährlichen Ausgangsstoffe zurückgeführt wird. Dieses Ziel sollte gelten, solange die Möglichkeit dieses Recycelns nicht aus prinzipiellen Gründen ausgeschlossen werden muss. 2. Innovation und Forschung sind auf diese Kreislaufwirtschaft auszurichten. 3. Jeder Umgang mit Atommüll sollte nur Verhältnisse erzeugen, die umkehrbar, rückholbar sind, für die Zeit, da die Kreislaufwirtschaft realisiert werden kann. 4. Jeder Umgang mit Atommüll in Deutschand muss prinzipiell als Vorbild für den Umgang der Welt mit Atommüll taugen. Aus diesen Kriterien folgt, dass wir in Deutschland kein zentrales Endlager suchen sollten, sondern den Atommüll in den nächsten Jahrzehnten dezentral, überwacht und beobachtet, am besten unterirdisch, jederzeit rückholbar zwischenlagern. Die gegenwärtige Diskussion über vermeintliche Endlager bzw. Endlagersuchen geht in die falsche Richtung. Endlager werden aus prinzipiellen Gründen nicht das leisten können, was an Leistung von ihnen erhofft wird. So lange Menschen von diesen Endlagern in Zukunft wissen werden, werden diese Endlager in irgendeiner Weise auf die Menschen wirken. Für die Menschen endgültig wären Endlager nur, wenn die Menschheit irgendwann vergessen würde, wo sie was vergraben hat. Auf einen Gedächtnisverlust der Menschheit sollte man aber keine Entscheidungen oder Politik bauen. Atommllentsorgung und Nachhaltigkeit - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach (http://thomasweber.blog.de/2011/05/24/atommuellentsorgung-nachhaltigkeit-11202999/)
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