Atommüll: Kabinett beschließt Neustart bei der Endlagersuche

Fässer für Atommüll in Morsleben (Bördekreis): Neue Suche nach Endlager kann startenZur Großansicht
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Fässer für Atommüll in Morsleben (Bördekreis): Neue Suche nach Endlager kann starten

Die Bundesregierung hat den Weg für die bundesweite Suche nach einer Lagerstätte für radioaktive Abfälle geebnet. Das Kabinett billigte einen entsprechenden Gesetzentwurf. Jahrzehntelang galt der Salzstock in Gorleben als perfektes Endlager, jetzt beginnt das Erkunden von vorne.

Berlin - Es geht um die Lösung eines Jahrhundertproblems: Wohin mit dem deutschen Atommüll? Seit Jahren ringen Bund und Länder um einen gemeinsamen Kurs für die Suche nach einem Endlager für die strahlenden Rückstände - nun ist ein Kompromiss gefunden.

Nach mehr als 30 Jahren Konzentration auf den Salzstock Gorleben haben sich Bund und Länder auf eine neue, bundesweite Suche nach einem Atommüllendlager geeinigt. Das sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstagabend in Berlin. Er sprach von einem "wichtigen Erfolg", der die Chance biete, das Thema parteiübergreifend zu lösen. Offene Fragen "gerade mit Blick auf die Kosten" werde man nun rasch ansprechen, so Altmaier weiter.

An den Gesprächen in der niedersächsischen Landesvertretung hatten außer Altmaier auch die Ministerpräsidenten der Länder und Landesminister sowie führende Vertreter von Parteien und Bundestagsfraktionen teilgenommen.

Nun soll ein entsprechendes Gesetz bis zum 5. Juli von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Damit könnten dann in den nächsten 15 Jahren bundesweit mehrere Alternativen zum Standort Gorleben geprüft werden. Spätestens bis zum Jahr 2031 soll das deutsche Endlager für hochradioaktive Abfälle gefunden sein. Altmaier rechnet mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro, die die Atomkonzerne tragen sollen. Sie haben bereits 1,6 Milliarden Euro in die Erkundung Gorlebens investiert, für dessen Untauglichkeit sie keine klaren Belege sehen. Gorleben bleibt vorerst als Option für ein Endlager im Spiel - trotz der massiven Proteste in der Region.

Grundlage für die Einigung in Berlin war ein Kompromissvorschlag, auf den sich Altmaier vor gut zwei Wochen mit der rot-grünen Landesregierung Niedersachsens verständigt hatte. Ein Kernstück war die Einrichtung einer 24-köpfigen Expertenkommission, die bis Ende 2015 Kriterien für ein mögliches Endlager für hochradioaktiven Atommüll vorschlagen soll.

Bis dahin soll es keine Atommüll-Transporte mehr in das Atomlager in Gorleben geben. Die noch ausstehenden Castor-Behälter mit Atommüll werden laut dem Plan an anderen Standorten, in der Nähe von bestehenden Atommeilern zwischengelagert.

Kommission berät - Bund und Länder entscheiden

Niedersachsen ist besonders von der Atommüllproblematik betroffen. Schließlich soll in dem Bundesland das künftige Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad in Salzgitter, entstehen. Die Regierung hat zudem Erfahrungen mit dem maroden Atommülllager Asse sowie mit dem Streit über Gorleben.

Über die zu prüfenden Standorte und die Endauswahl sollen jeweils Bundestag und Bundesrat entscheiden - die vorgeschaltete Kommission kann nur Empfehlungen aussprechen, an die Bundestag und Bundesrat aber letztlich nicht gebunden sein sollen. Als Vorsitzender der Kommission wurde unter anderem der frühere Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) ins Spiel gebracht.

"Das ist eine historische Entscheidung", hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel, der das Spitzentreffen aus Termingründen vorzeitig verlassen musste, im Vorfeld gesagt. Er bekräftigte auch, dass die Kosten für die Endlagersuche die AKW-Betreiber zahlen müssten.

heb/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
coyote38 24.04.2013
Das ist es, was diese Regierung am BESTEN kann: NEUSTARTS. Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, dass man einen Neustart nur DANN macht, wenn das System vorher "abgestürzt" ist ...? Ein derartig [...]
Das ist es, was diese Regierung am BESTEN kann: NEUSTARTS. Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, dass man einen Neustart nur DANN macht, wenn das System vorher "abgestürzt" ist ...? Ein derartig fehlerbehaftetes Betriebssystem hätte jeder auch nur halbwegs intelligente Nutzer längst an den Hersteller zurückgeschickt und sich darüber beschwert, dass man nicht als Tester für eine "Beta-Version" missbraucht werden möchte. Nur unsere Beta-Version im Kanzleramt wird trotz wiederholter Systemabstürze und permanent notwendiger Neustarts immer wieder gewählt ... Wir Deutsche sind schon ein sonderbares Völkchen ...^^
Wäre es nicht sicherer die Kernkraft weiter zu betreiben? Abgesehen von der extremen Fehlkonstruktion Tschernobyl und dem veralteten Fukushima, dass in die Mühlen 2er Jahrhundertkatastrophen geraten ist, ist die Kernenergie doch [...]
Wäre es nicht sicherer die Kernkraft weiter zu betreiben? Abgesehen von der extremen Fehlkonstruktion Tschernobyl und dem veralteten Fukushima, dass in die Mühlen 2er Jahrhundertkatastrophen geraten ist, ist die Kernenergie doch sicher. Es sterben jedenfalls mehr Menschen durch Kohle (und in der abgebauten Kohle ist auch Uran endhalten, was ungefiltert verbrannt wird) http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/heal-studie-kohlekraft-verursacht-tausende-todesfaelle-pro-jahr-a-896236.html
enivid 24.04.2013
Es ist naiv zu glauben man finde ein echtes Endlager. Dieses müsste für 100.000 Jahre sicher sein. Der bloße Menschenverstand müsste doch schon mitteilen das dies nicht möglich ist. Alternative ist eine befristete Lagerung. Wer [...]
Es ist naiv zu glauben man finde ein echtes Endlager. Dieses müsste für 100.000 Jahre sicher sein. Der bloße Menschenverstand müsste doch schon mitteilen das dies nicht möglich ist. Alternative ist eine befristete Lagerung. Wer weis ob man nicht in 100 Jahren die Radioaktivität künstlich neutralisieren kann bzw so weit senken, dass sie nicht mehr gefährlich ist.
Willi Wacker 24.04.2013
Es geht hier um ein ENDlager für bereits _vorhandenen_ Atommüll.
Zitat von Walther KempinskiWäre es nicht sicherer die Kernkraft weiter zu betreiben? Abgesehen von der extremen Fehlkonstruktion Tschernobyl und dem veralteten Fukushima, dass in die Mühlen 2er Jahrhundertkatastrophen geraten ist, ist die Kernenergie doch sicher. Es sterben jedenfalls mehr Menschen durch Kohle (und in der abgebauten Kohle ist auch Uran endhalten, was ungefiltert verbrannt wird) Heal-Studie: Kohlekraft verursacht Tausende Todesfälle pro Jahr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/heal-studie-kohlekraft-verursacht-tausende-todesfaelle-pro-jahr-a-896236.html)
Es geht hier um ein ENDlager für bereits _vorhandenen_ Atommüll.
ramuz 24.04.2013
Das ist "ein Stück weit" "systemnotwendig" und "leider alternativlos" .. noch ein paar "no brainer" gefällig *gg* ?
Zitat von coyote38Nur unsere Beta-Version im Kanzleramt wird trotz wiederholter Systemabstürze und permanent notwendiger Neustarts immer wieder gewählt ...
Das ist "ein Stück weit" "systemnotwendig" und "leider alternativlos" .. noch ein paar "no brainer" gefällig *gg* ?
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  • Mittwoch, 24.04.2013 – 14:16 Uhr
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