Asse Gabriel hält an Bergung von Atommüll fest

Ein hohes Expertengremium empfiehlt, den Atommüll in der Schachtanlage Asse zu lassen. Das sei ungefährlicher als eine Bergung. Wirtschaftsminister Gabriel will die Fässer dennoch aus dem ehemaligen Salzbergwerk herausholen.

Container mit radioaktiver Lauge in der Schachtanlage Asse
DPA

Container mit radioaktiver Lauge in der Schachtanlage Asse


Der Atommüll aus der Schachtanlage Asse II in Niedersachsen soll laut Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel geborgen werden - entgegen anderslautender Empfehlungen.

Die Bergung der rund 125.000 Fässer mit schwach- bis mittelstrahlendem Abfall sei die "einzige Stilllegungsoption, die den gesetzlichen Anforderungen für eine atomrechtliche Genehmigung genügt", sagte Gabriel der "Welt". An der Richtigkeit dieser Entscheidung gebe es keinen Zweifel.

Die Strahlenschutzkommission hatte in ihrem jüngsten Gutachten Anfang Dezember erklärt, dass die Rückholung des Atommülls aus der Asse mit höheren gesundheitlichen Risiken verbunden sei als der Verbleib der Fässer an dem Ort. Auch wenn das Bergwerk mit Wasser volllaufe, seien Strahlenschäden nicht zu erwarten.

Nach Angaben von Gabriel sind dem Betreiber und dem Bundesumweltministeriums die kritischen Anmerkungen der Strahlenschutzkommission seit langem bekannt. Die 19-köpfige Kommission ist das höchste wissenschaftliche Beratergremium der Bundesregierung in Fragen zum Strahlenschutz.

In den Asse-Stollen lagern seit den Siebzigerjahren Fässer mit radioaktiven Abfällen. Täglich dringt Salzlauge ein, die abgepumpt wird. 2013 beschloss der Bundestag, die Fässer bergen zu lassen.

Wie der SPIEGEL jüngst berichtete, hatte der Bund im Jahr 2009 zwei Studien zu möglichen Gefahren der Asse in Auftrag geben, die laut Strahlenschutzkommission von "übermäßig konservativen und zum Teil unrealistischen Annahmen" ausgegangen seien. Dadurch sei eine Gefährdung unrealistisch hoch erschienen.

Das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz habe sich diesen Auffassungen damals dennoch angeschlossen.

lov/dpa



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