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23. Februar 2013, 09:54 Uhr

Atommüll

Neue Regierung in Niedersachsen will Asse räumen

Alles muss raus: Der neue Ministerpräsident von Niedersachsen Stephan Weil kündigt die komplette Räumung des Atommülllagers Asse an. Das extrem aufwendige Vorhaben ist unter Experten umstritten.

Hamburg - Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil will das marode Atommülllager im niedersächsischen Bergwerk Asse II bei Wolfenbüttel räumen lassen. Das kündigte der SPD-Politiker in der "Welt" an.

Auf die Frage, ob man die dort lagernden Fässer mit radioaktivem Material herausholen oder sie angesichts der mit einer Räumung verbundenen Umweltgefahren lieber in dem Bergwerk lassen sollte, sagte Weil: "Mein Stand, auch nach Gesprächen mit dem zuständigen Bundesamt für den Strahlenschutz, ist: Rausholen ist allemal die sicherere Methode."

Die Fraktionen des Bundestags hatten sich bereits im Dezember für eine schnelle Rückholung des Mülls ausgesprochen. Zwischen den Jahren 1967 und 1978 waren rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll in die Asse gebracht worden, und zwar - wie sich später herausstellte - äußerst schlampig. Nun läuft das Bergwerk voller Wasser. Momentan sind Experten damit beschäftigt, sich einen Überblick über den Müll zu verschaffen, zum Teil haben sich die Kammern in dem Salzstock verschoben.

Weil äußerte sich auch zum Thema Gorleben. In der Debatte um ein neues Gesetz zur Suche eines Endlagers zeigte er sich offen für vorbehaltlose Verhandlungen mit dem Bund und den anderen Ländern: "Wir werden über jeden Vorschlag reden, der uns auf den Tisch gelegt wird", sagte der SPD-Politiker. Das gelte auch für den Fall, dass der Standort Gorleben nicht von vornherein ausgeschlossen werde. Allerdings werde man "keinem Vorschlag zustimmen, der Gorleben beinhaltet".

Klar sei aber auch, dass für den Fall, dass bei einer neuen ergebnisoffenen Suche wieder ein Standort in Niedersachsen ausgewählt werde, das Land diesem Ergebnis zustimmen würde. "Niedersachsen hat kein Recht, sich aus dem Prozess einer ergebnisoffenen Suche auszuklinken."

ore/dpa

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