Attentatsverdacht in Schloss Bellevue: Brief an Gauck enthielt keinen Sprengstoff

Bundespräsident Gauck: Brief im Schlossgarten gesprengt. Zur Großansicht
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Bundespräsident Gauck: Brief im Schlossgarten gesprengt.

Falscher Alarm im Schloss Bellevue: Der Brief, der im Garten des Amtssitzes von Bundespräsident Gauck gesprengt worden war, enthielt keinen Sprengstoff. Die Herkunft des Briefes ist bislang unklar.

Berlin - Der verdächtige Brief an Bundespräsident Gauck, der am Freitag im Garten des Schloss Bellevue gesprengt worden war, enthielt keinen Sprengstoff. Dies hätten die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes nach Entschärfung des Schreibens ergeben, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Freitagabend.

Im Bundespräsidialamt war am Freitag bei der routinemäßigen Durchleuchtung in der Poststelle ein sprengstoffverdächtiger Brief entdeckt worden. Experten hatten vermutet, dass der Brief die hochexplosive Substanz "HMTD" enthält. Der Brief wurde daraufhin im Park von Schloss Bellevue von Fachleuten kontrolliert gesprengt.

Die Tageszeitung "Die Welt" und das Magazin "Focus" hatten unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, der Brief habe ein weißes Pulver enthalten, das als "HMTD" identifiziert wurde. Das Bundeskriminalamt hatte diesen Verdacht allerdings nicht bestätigt.

Bundespräsident Joachim Gauck hielt sich zu der Zeit des Sprengung nicht in seinem Amtssitz auf, befand sich aber in Berlin. Über die Herkunft des Briefes ist noch nichts bekannt. Der Generalbundesanwalt wurde informiert, zog den Fall aber zunächst nicht an sich, weil unklar war, ob es einen politischen Hintergrund gibt.

ade/phw/mgb/vme/dpa/Reuters

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Optional.
dēmosthénēs 19.04.2013
Na wenn die amis das machen wollen wir aber auch. Ab morgen werde ich meine Rechnungen auch kontrolliert im Garten sprengen. Alles Brandbriefe.
2. Gutes Vorbild
maemo 19.04.2013
Zitat von dēmosthénēsNa wenn die amis das machen wollen wir aber auch. Ab morgen werde ich meine Rechnungen auch kontrolliert im Garten sprengen. Alles Brandbriefe.
Das hätte Gaucks Vorgänger mal besser gemacht, statt sie weiterzureichen. Hätte ihm viel Ärger erspart.
3. Warum denn der Gauck?
Stauss 19.04.2013
Der ist doch harmlos.
4. EURO-Rettungspakete
donadoni 19.04.2013
Es müssen derzeit wichtige Vorgänge geben in Sachen Euro-Rettungspakete, so dass man das Volk offenbar mit solchen Meldungen ablenken muss. Mit Verlaub: Wer gibt soviel Porto für einen Herrn Gauck aus?
5.
Methados 19.04.2013
Zitat von StaussDer ist doch harmlos.
ein bundespräsident, der in weihnachtsreden sein eigenes volk für dumm verkaufen will und ihm ein dauerschlechtes gewissen einredet, ist brandgefährlich ! bei mir ist er seit dieser rede jedenfalls unten durch.
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Der deutsche Bundespräsident
Das Amt
AFP
Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Die Aufgaben
ddp
Das Staatsoberhaupt vertritt den Bund völkerrechtlich und schließt im Namen des Bundes Verträge mit anderen Staaten. Zu den normalen Geschäften zählen Staatsbesuche und Empfänge von Diplomaten. Er kann durch Reden und Reisen politische Akzente setzen.

Zu den Aufgaben und Rechten gehört die Mitwirkung bei der Regierungsbildung. Der Präsident schlägt dem Bundestag einen Bundeskanzler zur Wahl vor und ernennt ihn. Falls der Kandidat keine Mehrheit findet, kann der Präsident das Parlament auflösen. Er ernennt und entlässt auch die Minister, allerdings auf Vorschlag des Kanzlers. Gesetze können erst wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat. Seine Unterschrift kann er nur aus verfassungsrechtlichen Gründen verweigern.
Das Wahlverfahren
Reuters
Anders als in Frankreich, Österreich oder Polen wird das deutsche Staatsoberhaupt nicht direkt vom Volk, sondern von einem Wahlgremium (Bundesversammlung) gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Der Präsident kann nur durch das Bundesverfassungsgericht und nur bei vorsätzlichen Verstößen gegen das Grundgesetz oder andere Bundesgesetze seines Amtes enthoben werden.