Parteienforscher: Auch FDP-Jugend wollte Pädophilie legalisieren

Die Grünen haben sich Anfang der Achtziger für eine Legalisierung von Pädophilie ausgesprochen. Der Vorgang wird derzeit von Göttinger Parteienforschern untersucht. Ihre Studien führten sie aber auch auf die Spur der damaligen FDP-Jugendorganisation.

Hamburg - Die Forschungsergebnisse dürften den Streit der Parteien über Pädophilie anheizen: Laut den Göttinger Politikwissenschaftlern Franz Walter und Stephan Klecha sprach sich 1980 auch die damalige Jugendorganisation der FDP für eine Änderung des Sexualstrafrechts zugunsten Pädophiler aus. Die Parteienforscher beleuchten die Rolle der "Deutschen Jungdemokraten" (DJD) in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", der am Montag erscheinen soll.

Walters Institut für Demokratieforschung untersucht derzeit im Auftrag der Grünen den Einfluss von Pädophilengruppen bei der Öko-Partei. Die Debatte hatte durch umstrittene Äußerungen des Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit in den siebziger Jahren begonnen. Cohn-Bendit beschrieb damals erotische Spiele mit Kindern. Mittlerweile hat er sich von diesen Äußerungen distanziert.

Die ersten Ergebnisse der Forscher bestätigen der "FAZ" zufolge, dass Grüne der ersten Stunde Pädophile verharmlosten und Pädophilenorganisationen wie der "Deutschen Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie" (DSAP) eine politische Plattform boten. Walter und Klecha zufolge forderten die Grünen 1980 in ihrem ersten Grundsatzprogramm eine weitgehende Legalisierung sexueller Beziehungen von Erwachsenen mit Kindern und Schutzbefohlenen.

Mehrere grüne Landesverbände machten sich demnach in den frühen achtziger Jahren die Forderung zu eigen, Pädophilie aus dem Sexualstrafrecht herauszunehmen, etwa die Grünen in Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg und Berlin. Einen Sinneswandel habe es erst nach 1985 gegeben. Unter dem Einfluss von Feministinnen wie Alice Schwarzer sowie der Distanzierung Homosexueller von der Pädophilenszene sei die ursprüngliche Beschlusslage in den Hintergrund getreten. Formell aufgehoben worden sei die Forderung nach Legalisierung allerdings erst während des Zusammenschlusses mit dem ostdeutschen Bündnis 90 im Jahr 1993.

Döring gab nach FDP-Krisensitzung auf

Am Samstag hatte bereits die hessische FDP-Politikerin Dagmar Döring ihre Bundestagskandidatur wegen Pädophilie-Vorwürfen zurückgezogen. Der "FAZ" zufolge war Döring von 1979 bis mindestens 1982 an führender Stelle in der Pädophilenorganisation DSAP aktiv. Die ehemalige Sprecherin von Partei und Fraktion habe ihre Kandidatur nach einer Krisensitzung der hessischen FDP aufgegeben, berichtet die Zeitung.

Wie bereits am Samstag bekannt wurde, sind die Göttinger Forscher auf einen Aufsatz von Döring gestoßen, in dem sie von sexuellen Beziehungen zu Kindern berichtet. Der Text erschien 1980 in dem Sammelband "Pädophilie heute" und liegt SPIEGEL ONLINE vor. Döring schreibt darin von einer "längeren, auch sexuell intensiveren Beziehung zu einem Mädchen". Sie habe erlebt, dass "kein Mann und keine Frau, sondern nur ein Kind, insbesondere ein Mädchen, meine Wünsche und Bedürfnisse (…) befriedigen kann".

Am Samstag teilte Döring mit, die damaligen, unreifen Gedanken seien ihr heute "unvorstellbar peinlich". Sie habe ihre Kandidatur für den Bundestag zurückgezogen, um Schaden von ihrer Familie und der FDP abzuwenden.

cte

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