Aufklärung der Spähaffäre Friedrich wird zum Spottobjekt

Vorgänger Schäuble wurde wegen seiner Sicherheitspläne als "Stasi 2.0" geschmäht, Familienministerin von der Leyen als "Zensursula" verhöhnt - jetzt trifft es Innenminister "Doc Friedrich": Sein Agieren im NSA-Skandal brockt ihm reichlich Spott im Internet ein.


Berlin - Aus Sicht der Opposition gibt es drei Gründe, in die aktuelle Häme gegen Hans-Peter Friedrich (CSU) einzusteigen: Es ist Wahlkampf. Deutschland muss sich mit einer US-Spähaffäre auseinandersetzen. Und der Innenminister agiert dabei ziemlich ungeschickt.

Seit einigen Tagen ist Friedrich Mittelpunkt einer Spottwelle im Internet. Kursierten zu Beginn der Spähaffäre allgemeine Überwachungswitze à la "Haha, meine E-Mails sind doch längst bei der NSA", rückt nun das Aufklärungsmanagement der Bundesregierung in den Fokus.

Die Opposition setzt dabei auf "negative campaigning", also den Versuch, die politische Konkurrenz möglichst dumm dastehen zu lassen. Andere machen sich über Friedrichs neu geschaffenen Ausdruck der "Supergrundrechte" lustig. Die Piraten verbreiten fast täglich Anti-Friedrich-Flyer, die ebenso schnell wieder verschwinden wie sie auftauchen.

Dabei ist Friedrichs Rolle, bei aller berechtigten Kritik, eine schwierige: Als überzeugter Amerika-Freund will er dem Verbündeten nicht zu nahe treten. Zugleich hält er starke Geheimdienste für unentbehrlich, die angetragene Rolle des Aufklärers behagt ihm nicht wirklich.

Das sehen Netzaktivisten und Witzbolde freilich anders. Unter dem Hashtag #FriedrichFilme posteten Twitternutzer tagelang stichelnde Filmtitel ("Das Leben der Anderen", "Der Untertan") oder versuchten sich an entsprechenden Filmplakat-Montagen.

Eine Auswahl der digitalen Spottobjekte haben wir hier zusammengestellt. Wie der Innenminister im Netz aufs Korn genommen wird, sehen Sie in der Bilderstrecke.

Fotostrecke

9  Bilder
Netz-Spott über Innenminister: Doc Friedrich, der Ahnungslose

amz



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