Aufregung um Westerwelles Bruder Verbrüdert, verbandelt, verreist

Wie sorgfältig trennt Guido Westerwelle zwischen privaten und politischen Interessen? Der Außenminister nahm auf einer Asienreise im Januar auch den Chef einer Firma mit, an der sein Bruder Kai Gerichtsunterlagen zufolge beteiligt ist - der FDP-Chef ist empört über die Vorwürfe: Sie seien haltlos.

Außenminister Westerwelle: Graubereich zwischen Privatem und Politischem
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Außenminister Westerwelle: Graubereich zwischen Privatem und Politischem

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Berlin - Bundesaußenminister Guido Westerwelle gerät wegen möglicher familiärer Verbindungen zu der Wirtschaftsdelegation unter Druck, die ihn auf Dienstreisen begleitet. Westerwelle war Mitte Januar zu einer viertägigen Reise als Außenminister nach Estland, Japan und China aufgebrochen. Mit an Bord war laut Reiseprogramm auch Ralf Marohn, Mehrheitseigner und Geschäftsführer der Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH.

An der Beratungsfirma ist offiziellen Unterlagen zufolge Westerwelles Bruder, Kai Westerwelle, als Anteilseigner beteiligt. Das geht aus der aktuellsten im elektronischen Handelsregister veröffentlichten Gesellschafterliste hervor, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Der Bruder des Außenministers beteiligte sich demnach im Jahr 2007 mit 15.000 Euro am Stammkapital der Firma. Das Unternehmen selbst will am Nachmittag eine Erklärung herausgeben. Der Bruder des Außenministers war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch die "Berliner Zeitung" berichtete am Donnerstag über die Mitnahme eines Firmenvertreters auf Westerwelles Asienreise.

Guido Westerwelle selbst weist den Vorwurf zurück, private und dienstliche Angelegenheiten zu verquicken. "Da der Opposition die politischen Argumente ausgehen, versuchen sie es jetzt mit persönlichen Attacken gegen mich und meine Familie", sagte der FDP-Chef während seiner Brasilien-Reise in São Paulo. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnete den Verdacht einer Verquickung als "haltlos": "Die Mitreise beim Bundesminister des Auswärtigen erfolgte allein auf der Grundlage der fachlichen Expertise." Marohn habe schon den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und früheren SPD-Chef Kurt Beck auf Auslandsreisen begleitet. Er genieße als Asien-Experte einen "hervorragenden Ruf".

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Westerwelle: Der lange Trip durch Südamerika

Zuletzt war Westerwelle wegen der Mitnahme seines Lebenspartners Michael Mronz heftig kritisiert worden. Mronz ist derzeit Teil der Reisedelegation nach Lateinamerika, wo der Außenminister sich seit knapp einer Woche aufhält. Die Opposition hatte dem umtriebigen Unternehmer vorgeworfen, er nutze seine Nähe zu Westerwelle, um private Geschäfte voranzutreiben. Westerwelle sah sich der Kritik ausgesetzt, Privates und Politisches nicht ausreichend zu trennen. Dass auch die Firma seines Bruders bereits Teil einer Reisedelegation war, dürfte Westerwelle nun neuen Ärger einbringen.

Far Eastern Fernost sieht sich als Brückenkopf in den unternehmerischen Beziehungen zwischen China und Deutschland. Vielfältige Erfahrungen und persönliche Kontakte in der Volksrepublik seien "Garant für eine kompetente und effiziente Umsetzung der Beratungsaufgabe", heißt es auf der firmeneigenen Website. Das 1992 gegründete Unternehmen beschäftigt heute mehr als 25 festangestellte Consultants. Geschäftsführer Marohn ist stellvertretender Vorsitzender eines FDP-Kreisverbands in Rheinland-Pfalz und kandidierte im September 2009 erfolglos für den Bundestag.

An Far Eastern Fernost ist laut Handelsregister auch die Firma Mountain Partners AG beteiligt. Deren Gründer, Cornelius Boersch, ist ein alter Bekannter Westerwelles und war bei der Asien-Reise des Außenministers ebenfalls mit an Bord. Boersch spendet seit Jahren an die FDP: Bislang mehr als 160.000 Euro. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er mit Westerwelle das Buch "Das Summa Summarum von Politik und Wirtschaft". Boersch führt von der Schweiz aus ein Konglomerat verschiedener Firmen. Der 41-jährige Vater zweier Kinder investiert vor allem in Start-Up-Unternehmen.

Auch Kai Westerwelle kennt Boersch gut. Der Bruder des Außenministers leitet das Board of Directors der Taishan Invest AG. So steht es auf der Homepage der Firma. Boersch ist ebenfalls mit dem Unternehmen verbunden: er ist Mitglied des Advisory Board.

Bis zum Sommer vergangenen Jahres war Kai Westerwelle auch Verwaltungsratspräsident einer zweiten Firma, die zur umfangreichen Boersch-Gruppe gehört: Der Taishan Capital Management AG. Dort schied er als Verwaltungsratspräsident Ende Juni aus.

mit Material von dpa

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Seite 1
genugistgenug 07.03.2010
1. Ist die FDP noch glaubwürdig? N.E.I.N.
Zitat von sysopSeit Wochen kämpft die FDP gegen den Ruf der Käuflichkeit - jetzt erhalten die Vorwürfe neue Nahrung. Nach einem SPIEGEL-Bericht über die Reisedelegationen von Außenminister Westerwelle wittert die Opposition Amtsmissbrauch. Wie glaubwürdig ist die FDP noch? Diskutieren Sie mit!
wie weit geht Westerwelle noch? Wie lange duldet die FDP seine Machenschaften? Wie durchseucht ist die FDP selbst von diesem Gedankengut? Zuerst läßt sich die FDP kauf..äh etwas spenden, um davon abzulenken peitscht Westerwelle auf Bedürftige ein - zwischendruch kommt die Nachricht dass im Saarland die Grünen Spenden eines FDP Mitgliedes angenommen haben, dann läßt Westerwelle den Bruder Barnabas auf dem Nockherberg kreuzigen (unter Zuhilfenahme des Zentralrates dessen Vorsitzende bei dem Witz über die Katholiken, Päderatsen und die Nieten die das Schifflein Petri zusammenhalten, slebst gelacht hat), auch wieder nur um abzulenken. Wieso veröffentlicht die FDP nicht gleich Preislisten? Wieso werden die Wählerstimmen nicht direkt gekauft? PS. auf dem Nockherberg wurde Westerwelles Traum sehr gut präsentiert. In dem Lied 'ich reise gratis um die Welt' Vielleicht findet er mal eine never come back airline und nimmt die ganze ReGIERUng mit.
ewspapst 07.03.2010
2. Politik
Zitat von sysopSeit Wochen kämpft die FDP gegen den Ruf der Käuflichkeit - jetzt erhalten die Vorwürfe neue Nahrung. Nach einem SPIEGEL-Bericht über die Reisedelegationen von Außenminister Westerwelle wittert die Opposition Amtsmissbrauch. Wie glaubwürdig ist die FDP noch? Diskutieren Sie mit!
Wie so "noch"? Nicht nur angefangen von Lambsdorf ....
Erasmus2 07.03.2010
3. FDP die glaubwürdigste Partei im Parlament
Zitat von sysopNach dem Regierungswechsel sehen sich Union und FDP dem Vorwurf der Klientel-Politik ausgesetzt. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Parteispenden - und deren Wirkung auf die Politik. Ein Thema, das aktuell, aber nicht neu ist. Wie sehen Sie diese Problematik? Welchen Einfluss haben Parteispenden auf die Politik?
Das wäre ja auch mal was ganz Neues, wenn die Opposition sich nicht nur in jämmerlichen Schlammschlachten ergehen, sondern tatsächlich Lösungsvorschläge für die Probleme dieses Landes präsentieren würde. Gabriel hat Westerwelle als Rechtsradikalen gebrandmarkt, weil er gefordert hat, Arbeitslose müssten für die Gesellschaft tätig werden. TAGE später sagt SPD-Vize Kraft genau dasselbe. Sie geht sogar noch weiter und attestiert jedem vierten Hartzer Chancenlosigkeit. Na, das ist doch mal ermunternt. Was soll denn mit so einer Aussage gewonnen werden? Sie ist auf den Einzelfall gar nicht anwendbar und schafft ein generelles Gefühl der Ohnmacht. Was wäre in dieser Republik losgewesen, hätte Westerwelle sowas gesagt? Also liebe Grüne und liebe SPD. Einfach mal versuchen konstruktiv zu arbeiten. Politik erschöpft sich nicht in der Diskreditierung und Zerstörung der Gegner. Die linke Intoleranz und Doppelmoral muss auch mal ein Ende haben. Die FDP macht genau das was sie vor der Wahl angekündigt hat. Man muss schon ziemlich verdreht sein, um das als was Schlechtes zu brandmarken. Wenn es eine Partei gibt, die nun wirklich überhaupt keine Glaubwürdigkeit besitzt, dann ist es die SPD. Stichwort Mehrwertsteuererhöhung. Die Opposition will nur von den eigenen Leichen im Keller ablenken. Und SPON macht natürlich fleißig mit.
Crunchilla 07.03.2010
4. ...
Ich frage mich, ob die FDP Wähler wirklich überrascht sind. Das Problem ist momentan, dass das was die FDP tut, wahrscheinlich auch alle anderen Parteien tun, aber die Gesamtschau der Ereignisse, die in den letzten Wochen eingetreten sind, vermittelt tatsächlich den Eindruck vermittelt, dass hier eine Art Käuflichkeit gegeben sein könnte. Aber dennoch hätte ich es mir bei einer Partei wie der FDP denken können, dass immer noch ein bisschen mehr in dieser Richtung passiert, als bei den anderen. Wer das nicht wusste, der sollte sich ein bisschen mehr mit Politik beschäftigen und nächstes Mal genau überlegen, was er wählt, bevor dann wieder motzt.
Dr_Lecter 07.03.2010
5. Korruption
Man wird in diesem Land ja wohl noch sagen dürfen, dass korrupte Politiker aus dem Amt entfernt werden müssen! Wenn Herr Westerwelle das verbieten will, ist das Sozialismus!
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