Aufsichtsräte Frauenbündnis aller Parteien fordert Frauenquote

Kampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für einen Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen.

Arbeitsministerin von der Leyen: Unterschrift für die Frauenquote
DPA

Arbeitsministerin von der Leyen: Unterschrift für die Frauenquote


Berlin - Der Druck auf Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) 802922steigt: Ein breites Bündnis aus Parlamentarierinnen, unterstützt von Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, macht sich für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote stark. Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsräte sollen künftig mit Frauen besetzt werden, fordern sie in der Berliner Erklärung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im Fall der Nichtbeachtung verlangen sie "empfindliche Sanktionen".

Zu den Erstunterzeichnerinnen gehört auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Anders als Schröder befürwortet sie schon seit längerem die Einführung einer Frauenquote.

Schröder hält an ihrem Modell einer sogenannten Flexiquote fest. Wir sollten jetzt rasch in der Koalition Klarheit schaffen, wie wir eine gesetzliche Regelung auf den Weg bringen wollen", sagte Schröder der "Financial Times Deutschland". Sie hob hervor, dass ihr Modell nicht nur die Aufsichtsräte, sondern auch die Vorstände einbeziehe. Es biete sich an "als Scharnier der Vernunft zwischen den verschiedenen Positionen innerhalb der Koalition".

Bis 2013 Gesetzesentwurf auf den Weg bringen

Noch bis Ostern wollen die Initiatorinnen Unterschriften für ihr Anliegen sammeln und die Liste mit Unterzeichnern anschließend an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Ziel ist es, bis 2013 einen Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen, da dann die meisten Aufsichtsräte neu besetzt werden. Spätester Zeitpunkt sei die nächste Runde der Neubesetzungen 2018.

"Wir wollen und werden es nicht länger hinnehmen, dass bei uns in Deutschland Frauen in den Spitzen der größten Unternehmen kaum präsent sind", sagte die CDU-Abgeordnete Rita Pawelski. "In zehn langen Jahren freiwilliger Selbstverpflichtung" hätten Unternehmen bewiesen, dass es ohne einen gewissen Druck nicht gehe.

Die SPD-Abgeordnete Dagmar Ziegler verwies darauf, dass viele andere europäische Länder bereits die Einführung einer Frauenquote beschlossen oder sogar umgesetzt haben. Diese Quoten bewegten sich zwischen 20 Prozent in Italien und 40 Prozent in Finnland, Frankreich, Norwegen und Spanien.

Gegenwind aus der CSU-Landesgruppe

Die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär stellte in Aussicht, dass der Initiative weitere folgen könnten. Auch die FDP-Abgeordnete Sibylle Laurischk betonte, sie verspreche sich von dem Aufruf, dass sich strukturelle Ungleichgewichte aus der Führungsverantwortung heraus verändern ließen. Es gehe darum, dass sich in der Gesellschaft etwas verändere.

Zu den Erstunterzeichnern gehören auch die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD, Manuela Schwesig und Hannelore Kraft, Linke-Chefin Gesine Lötzsch und die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast.

Gegenwind kam dagegen aus der CSU-Landesgruppe. Gerda Hasselfeldt lehnte den Vorstoß ab: "Eine gesetzliche Frauenquote garantiert nicht zwingend Chancengleichheit." Objektiv seien die Verhältnisse in den einzelnen Branchen und Unternehmen sehr unterschiedlich, sagte die Landesgruppenchefin. Hierauf sollte Rücksicht genommen werden.

heb/dapd/AFP

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intermomo52 15.12.2011
1. Immer wieder die gleiche Leier
Zitat von sysopKampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für*einen*Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804056,00.html
und deswegen wird sie auch nicht gehaltvoller. Viele Frauen sprechen sich energisch dagegen aus, als Quoten-Frauen abqualifiziert zu werden. Auf der anderen Seite ist die Rosinenpickerei mit dem Krückstock zu erfühlen. Soll sich doch die Ursula von der Lügen mit ihrem Stopp-Schild schmücken, das steht ihr wirklich gut. Gewissermassen ein Erkennungsmerkmal.
Heinz-und-Kunz 15.12.2011
2. Doppelt rechtswidrig
Zitat von sysopKampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für*einen*Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804056,00.html
1. Was bildet sicher der Staat ein, privaten Firmen vorzuschreiben wer die zu führen hat! 2. Eine Quote für Frauen geht zu Lasten der Männer. Männer nur wg. ihres Geschlechts auszuschließen ist verbotene Diskriminierung.
Starcolonel 15.12.2011
3.
Zitat von sysopKampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für*einen*Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804056,00.html
Ich verstehe nicht, wie sich dieses tolle Vorhaben mit §3 Grundgesetz verträgt. Mal abwarten wie lange das gut geht, wenn unqualifiziertes Personal in Führungsverantwortung steht, dass die Position wegen einer Quotenregelung bekommen hat...
ric1992 15.12.2011
4. Frauenquote?
Zitat von sysopKampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für*einen*Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804056,00.html
Ich finde die Idee einer Frauenquote generell sehr schlecht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich ein Mann bin und keine Frauen akzeptieren würde... nur stellt sich die Frage, wozu eine Frauenquote führt?! Sie führt dazu, dass im Vorstand einer Firma dann teilweise Dilettantinnen sitzen, die sich glücklich schätzen dürfen, einen Posten bekommen zu haben, weil sie Frauen sind. Das halte ich für sehr falsch. Wenn eine Frau geeignet ist, soll sie doch bitte im Vorstand einer Firma vertreten sein. Und wenn eine Frau besser ist, als ein Mann, so hat sie sich das dann auch verdient! Keine Frage. Es gibt doch auch keine Männerquote für den Beruf des Krankenpflegers, am Besten noch mit etlichen Boni, oder?!
nasowas21 15.12.2011
5. summacumlau.de
Zitat von sysopKampfansage an Familienministerin Kristina Schröder: Unionspolitikerinnen verbünden sich mit der Opposition und sprechen sich für*einen*Frauenanteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten aus. Arbeitsministerin von der Leyen unterstützt den Aufruf. Sie ist eine der Erstunterzeichnerinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804056,00.html
Ich kipp hier um, vor Lachen . .
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