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Ausbilder-Skandal: Deutsche Botschaft wusste von Polizei-Lehrern in Libyen - 50.000 Euro Honorar

In der Affäre um deutsche Polizisten, die in Libyen Sicherheitskräfte geschult haben, geraten nun auch Diplomaten unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen war die deutsche Botschaft wohl über die Einsätze informiert. Die beteiligten Beamten erhielten ansehnliche Honorare - größtenteils in bar.

Hamburg - Was wusste die deutsche Botschaft in Libyen? Nach Aussagen eines der an dem Programm beteiligten Ausbilder war sie über das umstrittene Trainingsprogramm informiert. In mehreren Gesprächen mit den Diplomaten hätten die deutschen Sicherheitsexperten detailliert über den Stand der Ausbildung berichtet, sagte der Mann dem SPIEGEL.

Das Auswärtige Amt in Berlin will den Vorgang jetzt prüfen.

Bei mehreren der Beamten überprüft die Staatsanwalt auch deren Finanzen. Einer der beteiligten Polizisten, der sich für die mehrmonatige Schulung hatte beurlauben lassen, hat demnach offenbar ein Honorar von rund 50.000 Euro erhalten. Größtenteils sei das Geld in bar geflossen.

Nach Angaben von Teilnehmern fand das Ausbildungsprogramm für etwa 120 libysche Polizisten hauptsächlich in einer Kaserne in Tripolis statt und umfasste neben Fahrtraining auch das "Taktische Vorgehen beim Zugriff in Gebäuden" sowie das Entern von Schiffen und das Absetzen aus Hubschraubern.

Außerdem überprüften die deutschen Experten die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Tripolis und erstellten eine Analyse über die Gefährdung des Hafens der libyschen Hauptstadt. Zu den Trainern gehörten auch vier ehemalige Angehörige der GSG 9 und mehrere ehemalige Bundeswehrsoldaten.

Organisiert wurden die Schulungen von der Sicherheitsfirma BDB Protection GmbH, die dafür rund 1,6 Millionen Euro von der libyschen Regierung erhielt.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat inzwischen jede eigene Verwicklung in die Affäre um die Ausbildungseinsätze deutscher Polizisten in Libyen dementiert. "Der BND hat weder Ausbildungshilfe geleistet, noch war er beratend oder begleitend eingebunden", sagte ein Sprecher. Damit widersprach der BND einem Bericht der " Berliner Zeitung". wonach der BND die privaten Lehrgänge für libysche Sicherheitskräfte zwischen 2005 und 2007 begleitet haben soll

itz/dpa

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Forum - Verdienen deutsche Sicherheitsbeamte zu schlecht?
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1.
Klo, 04.04.2008
Zitat von sysopSkandal um deutsche Spezialkräfte: Mehr als 30 Polizei-, Bundeswehr- und GSG-9-Beamte haben offenbar libysche Kollegen trainiert - heimlich und illegal. Sie sollen Hunderttausende Euro damit verdient haben. Werden Sicherheitsbeamte in Deutschland zu schlecht entlohnt?
Keine Ahnung. Was verdient denn so ein Sicherheitsbeamter? Und was spricht gegen Zuverdienste, wenn die zuständigen Politiker das genauso machen? Mir sind gut trainierte libysche Sicherheitsbeamte im übrigen immer noch lieber, als schlecht trainierte libysche Sicherheitsbeamte.
2.
Torve der Trog, 04.04.2008
Zitat von sysopSkandal um deutsche Spezialkräfte: Mehr als 30 Polizei-, Bundeswehr- und GSG-9-Beamte haben offenbar libysche Kollegen trainiert - heimlich und illegal. Sie sollen Hunderttausende Euro damit verdient haben. Werden Sicherheitsbeamte in Deutschland zu schlecht entlohnt?
Natürlich weiß ich nicht, was man bei der GSG9 so verdient. Allerdings denke ich mir, daß auch nicht unbedingt die Spitzenverdiener der Führungsetage zum Know-How-Transfer von den Lybiern angeworben wurden. Und auf der Ebene des "Gemeinen", auf den tatsächlich im Dienst geschossen werden kann und wird - da war in Deutschland die Lohntüte immer schon übersichtlich klein. Wenn also jemand Frau und Kind zu versorgen hat, möglicherweise sogar auf Alimentebasis nach der Scheidung, und sich die Gelegenheit bietet, quasi ein halbes Jahresgehalt mal eben in zwei Wochen Urlaub am Mittelmeer zu verdienen , noch dazu steuerfrei und nur für den Eigenbedarf ... Deutsche Manager und Politiker würden in dieser Situation ja keine Minute zum Annehmen brauchen. Mit welchem Recht echauffieren sie sich also darüber, daß man sich sie zum Vorbild und Leitstern wählt?
3.
delta058 04.04.2008
Zitat von sysopSkandal um deutsche Spezialkräfte: Mehr als 30 Polizei-, Bundeswehr- und GSG-9-Beamte haben offenbar libysche Kollegen trainiert - heimlich und illegal. Sie sollen Hunderttausende Euro damit verdient haben. Werden Sicherheitsbeamte in Deutschland zu schlecht entlohnt?
Was genau ist denn das Verbrechen, das die Poliziste begangen haben sollen? Und welches Know-How sollen die weitergegeben haben? Wie man Polizeiarbeit durch Bürokratie erschwert oder mit wenig Mitteln trotzdem hier und da mal ein Verbrechen aufklärt? Und was hat die Bezahlung hier in Dt. damit zu tun? Wer würde sich den bei uns nicht mal über 15000 zusätzlich für 3? Wochen Arbeit freuen, auch wennn er sonst gut verdient.
4.
kurzundknapp, 04.04.2008
Zitat von sysopSkandal um deutsche Spezialkräfte: Mehr als 30 Polizei-, Bundeswehr- und GSG-9-Beamte haben offenbar libysche Kollegen trainiert - heimlich und illegal. Sie sollen Hunderttausende Euro damit verdient haben. Werden Sicherheitsbeamte in Deutschland zu schlecht entlohnt?
Im sog. mittleren Dienst wird gruselig schlecht verdient, da wundert mich gar nichts mehr! Und die müssen die Knochen hinhalten....
5.
apira 04.04.2008
Zitat von sysopSkandal um deutsche Spezialkräfte: Mehr als 30 Polizei-, Bundeswehr- und GSG-9-Beamte haben offenbar libysche Kollegen trainiert - heimlich und illegal. Sie sollen Hunderttausende Euro damit verdient haben. Werden Sicherheitsbeamte in Deutschland zu schlecht entlohnt?
Vom Anspruch und den Anforderungen her sind die Aufgaben eines modernen Polizisten klar dem gehobenen Dienst zuzuordnen. Die meisten Länder haben das erkannt, und die zweigeteilte Laufbahn eingeführt, die Besoldung beginnt mit A9, da kann man nicht davon sprechen, dass die Leute unterbezahlt wären. Problematisch ist die Sache dort, wo Polizisten dem mittleren Dienst angehören. Allerdings denke ich auch nicht, dass die Libyer gerade Beamte des mittleren Dienstes abgeworben haben.
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