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Ausrüstungsmängel: Bundeswehr fehlen Tausende Schutzwesten

Eklatanter Mangel bei der Bundeswehr: Den Soldaten fehlen nach SPIEGEL-Informationen selbst Schutzwesten. Laut Verteidigungsministerium kommen die Hersteller mit der Produktion nicht nach - Kritikern zufolge fehlt einfach das Geld.

Hamburg - Die Bundeswehr kann ihre Truppen nicht im vorgesehenen Tempo mit Schutzwesten ausstatten. Nach SPIEGEL-Informationen werden in diesem Jahr statt geplanter 15.400 Soldaten nur 5200 ausgerüstet. Die Hersteller hätten nur begrenzte "Fertigungskapazitäten", zudem herrsche ein Mangel an "zur Produktion zwingend notwendige Materialien", begründet das Verteidigungsministerium den Engpass. Die Westen bestehen aus speziellen Kunstfasern und Keramikwerkstoffen.

Bundeswehrsoldat (in Afghanistan): Mangel an "zur Produktion zwingend notwendigen Materialien"
DDP

Bundeswehrsoldat (in Afghanistan): Mangel an "zur Produktion zwingend notwendigen Materialien"

Das Ausrüstungsprogramm "Soldat im Einsatz", das neben den Schutzwesten noch anderes Gerät wie Ferngläser, Schutzbrillen und Gehörschutz umfasst, unterliege auch noch der "Priorisierung" im Vergleich zu anderen Rüstungsprojekten, heißt es aus dem Ministerium.

Im Klartext bedeute dies, rügt die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff, dass die in den nächsten Jahren vorgesehene Ausstattung von insgesamt 79.000 Soldaten "finanziell nicht abgesichert ist". Als "ziemlich hohl" erweise sich so das Versprechen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), für eine "optimale Ausstattung" der Truppe zu sorgen.

kaz

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