Ausschreitungen in Herford Jeside wegen Erstattung von Anzeige erneut bedroht

Eine Gruppe Jesiden war vor gut einer Woche im nordrhein-westfälischen Herford angegriffen worden. Mutmaßlich von Salafisten. Ein Imbissbesitzer wurde dabei verletzt, er erstattete Anzeige. Nun wurde der Mann erneut bedroht.

Demonstration von Jesiden vor gut einer Woche in Herford: Vorab kam es zu heftigen Auseinandersetzungen
DPA

Demonstration von Jesiden vor gut einer Woche in Herford: Vorab kam es zu heftigen Auseinandersetzungen


Herford - Ein Opfer der Attacke gegen eine Gruppe Jesiden vor gut einer Woche im nordrhein-westfälischen Herford ist erneut bedroht worden. Zwei Personen hätten den 31-jährigen Imbissbesitzer bedrängt und ihn aufgefordert, seine Strafanzeige wegen des Angriffs zurückzuziehen, teilte die Polizei Herford mit. Wenige Stunden später seien die beiden mutmaßlichen Täter aufgespürt worden. Bei ihnen handele es sich um Verwandte eines mutmaßlichen Täters im Alter von 42 und 15 Jahren.

Im westfälischen Herford war es am Mittwoch vergangener Woche zu Auseinandersetzungen zwischen Jesiden und Anhängern des muslimischen Glaubens gekommen. Beide Gruppen hatten sich abends gegenübergestanden: auf der einen Seite bis zu 300 Jesiden, auf der anderen mehrere Gruppen von Muslimen, Salafisten und Anhängern der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Beide Parteien attackierten sich mit Steinen, Flaschen und Holzlatten. Dabei wurden der jesidische Imbissbesitzer und ein 16-Jähriger durch Messerstiche leicht verletzt.

Mehrere Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz, sie nahmen sechs Männer fest. Anlass des Streits soll ein Plakat gewesen sein. Darauf war von Jesiden zu einer Demonstration aufgerufen worden, um gegen das Vorgehen der Terrorgruppe IS im Irak und in Syrien zu protestieren.

Im Irak kämpfen Regierungstruppen und kurdische Milizen gegen die Terrorgruppe IS. Zehntausende Jesiden sind vor den Islamisten auf der Flucht. Jesiden sind eine kurdische religiöse Minderheit. Ihre Ursprünge liegen im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei. In vielen Ländern des Nahen Ostens werden sie verfolgt. Die islamistischen IS-Milizen wollen im Irak und in Syrien einen Gottesstaat errichten und verfolgen dort die überwiegend kurdische religiöse Minderheit der Jesiden.

jbe/dpa



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recepcik 15.08.2014
1. Unglaublich
dass die Terroristen und ihre Anhänger in Deutschland Menschen bedrohen und sogar angreifen. Der Staatsschutz und Verfassungsschutz sollten die Terroristen und ihre Anhänger auf Schritt und Tritt verfolgen. Ich kann nicht verstehen dass in deutschen Großstädten auf Einkaufsmeilen die Salafisten ,Islamisten und Terroristen Propaganda vertreiben dürfen.
nfil 15.08.2014
2. In Deutschland
haben Salafisten doch wohl nichts zu suchen. Ist denen das nicht zu unislamisch? Warum leben die nicht in Saudi Arabien oder wandern aus nach Nordwest-Irak und helfen ihren Sinnungsgenossen? Oder reicht der Glaube nur weit genug, um in lotterhaften westlichen Kulturen Randale zu machen?
Newspeak 15.08.2014
3. ...
Ist das wirklich eine berichtenswerte Meldung? Solche Dinge tauchen doch in jedem Polizeibericht irgendeiner deutschen Großstadt auf. Und im Zweifel ist die eine Seite genausoschlimm wie die andere. Je irrer der Terror von Islamisten wird (der sich immer noch in der Mehrheit gegen andere Muslime richtet), desto mehr Splittergruppen des Islam scheint es zu geben, die sich alle untereinander nicht ausstehen können und die jede Situation zu ihrem Vorteil ausnutzen, so daß es quasi austauschbar ist, wer gerade wen terrorisiert.
Saladin 15.08.2014
4. die geben so schnell keine ruhe
Deutschland muss hier hart durchgreifen! Es muss die isis sowie die grauen Wölfe in Deutschland verboten werden und zwar zügig
PriseSalz 15.08.2014
5. Nur in Deutschland
ist so was möglich. In den meisten Ländern aus denen die Störenfriede (ob Jesiden, Salafisten oder nicht religiös Motivierte) kommen, werden solche Leute sofort in Haft genommen und abgeschoben. Ich habe wirklich nichts gegen Migranten, bin selber einer. Aber wer mehr als eine Ordnungswidrigkeit begeht, hat sein Gastrecht verspielt.
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