Außenminister Fischer Teures Nachtlager

Lieber Luftwaffe als Linie: Fast zehnmal mehr als geplant kostet die Steuerzahler ein elfstündiger Besuch des Bundesaußenministers in Südafrika.


Joschka Fischer
AP

Joschka Fischer

Der Grund: Joschka Fischer bestand darauf, mit einem Airbus der Luftwaffe zu fliegen, statt, wie zunächst geplant, mit der Lufthansa. Der Grüne düste vergangene Freitagnacht zur Anti-Rassismus-Konferenz nach Durban, um eine Rede zu halten und Palästinenser-Chef Jassir Arafat zu treffen.

Bei der Planung des Trips waren die Airbusse der Flugbereitschaft für eine Lateinamerika-Reise des Kanzlers und des Wirtschaftsministers gebucht. Weil Gerhard Schröder seine Tour wegen der Mazedonien-Debatte aber absagte, wurde ein VIP-Airbus wieder frei, und prompt ließ Fischer für sich und fünf Begleiter umbuchen. Statt rund 80.000 Mark für sechs 1. Klasse-Tickets fallen nun nach Schätzung der Flugbereitschaft knapp 800.000 Mark an: Kosten für 25 Flugstunden mit dem Airbus, Gebühren für Zwischenstopps und Spesen für eine 14-köpfige Ersatz-Crew. Die musste am Donnerstag eigens mit Air France vorausfliegen, um den Joschka-Jet am Samstag in Südafrika zu übernehmen und abends wieder nach Berlin zurückzufliegen.

Fischers Amt ist nach den Flug-Richtlinien verpflichtet, bei der Transportmittelwahl die Wirtschaftlichkeit zu prüfen und dabei die "Grundsätze sparsamer Haushaltsführung" zu beachten. Die Wirtschaftlichkeit, rechtfertigt sich das Amt, ergebe sich daraus, dass in Südafrika für den Minister "keine Übernachtungskosten" anfielen: Im Airbus steht ein Bett für Fischer zur Verfügung.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.