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12. März 2010, 14:30 Uhr

Außenminister unter Druck

Was Westerwelle vorgeworfen wird

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Türöffner-Dienste für den Lebensgefährten, Gefälligkeiten für den jüngeren Bruder - in immer neuen Fällen soll Außenminister Westerwelle Dienstliches und Privates vermischt haben. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die Vorwürfe.

Berlin - FDP-Generalsekretär Christian Lindner nennt es eine "Diffamierungskampagne". Nichts sei dran an den Vorwürfen gegen Außenminister Guido Westerwelle. Man müsse aufpassen, dass die Demokratie durch solche Vorwürfe nicht Schaden nehme, sagt Lindner. Rückendeckung für FDP-Chef Westerwelle kommt auch von Angela Merkel - allerdings in sehr zurückhaltendem Ton: Die Kanzlerin sei davon überzeugt, erklärte eine Sprecherin am Freitag, dass der Außenminister "in Übereinstimmung mit den Regeln vorgegangen ist und vorgehen wird und seine Entscheidung über die Zusammensetzung von Delegationen auch entsprechend vorgenommen hat".

Der Vorwurf gegen Vizekanzler und FDP-Chef Westerwelle: Er vermische bei seinen Reisen Dienstliches und Privates.

Was ist dran an der Kritik? In welcher Funktion reist Westerwelles Partner Michael Mronz - ein Event-Unternehmer - regelmäßig mit dem Außenminister? Ist es mehr als ein Zufall, dass unter den begleitenden Managern auch besonders treue FDP-Spender sind? Und warum war bei der Asienreise im Januar der Geschäftsführer eines Unternehmens dabei, an dem der jüngere Bruder Westerwelles beteiligt ist?

Für die Opposition ist die Sache klar: Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, spricht von "Günstlingswirtschaft". Die designierte Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch nennt Westerwelle schlicht "korrupt": Der FDP-Politiker sorge "liebevoll dafür, dass sein Lebenspartner, seine Familie und FDP-Großspender anstrengungslos zu noch mehr Wohlstand kommen". Und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagt: "Westerwelle schadet der Bundesrepublik."

SPIEGEL ONLINE analysiert die Vorwürfe gegen Westerwelle:

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