Armenien-Resolution Auswärtiges Amt rät Abgeordneten von Türkei-Reisen ab

Mehrere Abgeordnete des Bundestags werden wegen ihrer Haltung zur Armenien-Resolution angefeindet. Die Türkei sollten sie besser nicht besuchen - dazu rät nach SPIEGEL-Informationen das Auswärtige Amt.

Recep Tayyip Erdogan
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Recep Tayyip Erdogan


Das Auswärtige Amt kommt intern zu der Einschätzung, dass die türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten in nächster Zeit nicht in die Türkei reisen sollten. Für ihre Sicherheit könne nicht garantiert werden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 24/2016
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Nachdem die elf Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken nicht gegen die Armenien-Resolution gestimmt hatten, hatte ihnen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vorgeworfen, ihr Blut sei "verdorben".

"Es ist unsäglich zu wissen, dort nun erst mal nicht mehr hinfliegen zu können", sagte die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD). "Erdogan muss begreifen, dass wir nicht der verlängerte Arm der Türkei sind."

Andere türkischstämmige Bundestagsabgeordnete haben nach SPIEGEL-Informationen Dienstreisen nach Ankara oder ihren Sommerurlaub am Bosporus abgesagt. Ein Abgeordneter sorgte dafür, dass seine Eltern das Ferienhaus der Familie in der Türkei verließen und in einem Hotel in einer anderen Stadt Zuflucht suchten.

Morddrohungen gegen Özdemir

Grünen-Parteichef Cem Özdemir, der zu den Initiatoren der Armenien-Resolution gehört, erreichten zahlreiche Morddrohungen. "Natürlich frage ich mich, was ist, wenn jemand durchdreht und Selbstjustiz übt", sagte Özdemir. "Erdogans Äußerungen sind absolut inakzeptabel und eines Staatsoberhauptes unwürdig", sagte Cemile Giousouf (CDU).

Mit heftigen Reaktionen aus der Türkei habe sie gerechnet. Nicht aber damit, dass sich Beleidigungen auch gegen ihre Eltern richten würden: "Dass unsere Familien in Haftung genommen werden, trifft mich."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 232 Beiträge
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m76 11.06.2016
1. Wo bleibt die ...
Allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Wer jetzt noch Urlaub in der Türkei macht kann gleich nach Nordkorea weitereisen. Die Politischen Verhältnisse jedenfalls gleichen sich immer mehr an..
rkinfo 11.06.2016
2. Unsere Abgeordneten sind in Gefahr und Bürger fahren zum Spaß ins Erdogan Reich ?
Erdogan will ja zeitgleich mit den Ermittlungen gegen die 138 Abgeordneten sich zum neuen osmanischen Sultan ausrufen lassen und die Türkei auch formal zu einem "islamischen Staat" machen. Da ist eine vollständig und länger dauernde Reisewarnung für Alle nun angebracht. Ok, manche Veranstalter werden dann stark getroffen aber staatliche Hilfen sind billiger als unser Mitbürger in einem gefährlichen Land.
cbgv 11.06.2016
3.
Kann das Auswärtige Amt nicht endlich eine allgemeine Reisewarnung für die Türkei rausgeben? Es gibt bestimmt einige Touristen die ihren Urlaub stonieren würden aber es wegen der Storniergebühr nicht machen.
denker111 11.06.2016
4. Solidarität
Jeder Deutsche sollte seinen Türkei-Urlaub stornieren.
frank.huebner 11.06.2016
5. Selbst disqualifiziert
Die Türke möchte unbedingt Mitgleid der Eu wedren und treibt solche Spielchen. Die Rote Linie wurde doch seitens der Türkei längst überschritten. Reaktionen von der Bundesregierung? Keine, außer einigen strengen Worten. Dabei hieße es jetzt, Kante zu zeigen und Grenzen aufzuzeigen. Leider ist Die Regierung abhängig von Erdogan und hat Angst, dass der Flüchtlingsdeal platzt, und mit einer neuen Flut an Flüchtlingen wäre Merkel verloren. Also buckelt man immer noch. Die einzige Reaktion auf das Verhalten wäre. Botschafter der Türkei einbestellen, klare Worte an Erdogan, zur Not den Botschafter aus Ankara abziehen. Harte Reaktionen, die auf die Aussagen Erdogan aber nötig wären. So darf die Türkei nie Mitglied der EU werden.
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