Baden-Württemberg Umfrage sieht Kretschmanns Grüne erstmals vor der CDU

Die CDU rutscht in Baden-Württemberg immer weiter ab. Laut einer Umfrage ziehen nun sogar die regierenden Grünen an den Konservativen vorbei. Auch in Rheinland-Pfalz wird es für die Union eng.

Wolf, Kretschmann: AfD sitzt der CDU im Nacken
DPA

Wolf, Kretschmann: AfD sitzt der CDU im Nacken


Die baden-württembergische CDU geht in die Offensive: Öffentlichkeitswirksam wendet sich Spitzenkandidat Guido Wolf in der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel ab - gemeinsam mit seiner rheinland-pfälzischen Kollegin Julia Klöckner. Der Grund dürfte klar sein: Den Christdemokraten sitzt die rechtspopulistische AfD im Nacken. Doch während sich Klöckners Truppe zumindest nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beschweren kann, hat die CDU im Ländle ganz andere Probleme: Mit dem blassen Wolf an der Spitze rutscht sie immer weiter ab.

Knapp drei Wochen vor der Landtagswahlen sieht eine Insa-Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung die Union gar erstmals hinter den regierenden Grünen. Demnach legte die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf 30,5 Prozent zu - ein Zugewinn von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage von Anfang Februar. Die CDU rangiert mit 30 Prozent knapp dahinter (minus drei). Die SPD käme demnach auf 16, die AfD auf zehn und die FDP auf sieben Prozent. Die Linkspartei würde mit drei Prozent den Einzug in Landtag verpassen.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der SWR eine Umfrage von Infratest dimap veröffentlicht. Darin hatte die Union ebenfalls stark verloren und lag nur noch drei Prozentpunkte vor den Grünen.

AfD in Sachsen-Anhalt laut Insa-Institut vor der SPD

Auch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, wo ebenfalls am 13. März gewählt wird, rutschten CDU und SPD nach den Ergebnissen des Insa-Instituts weiter ab. In Sachsen-Anhalt zieht die AfD mit 17 Prozent erstmals an der SPD vorbei, die nur noch auf 16 Prozent kommt. Die CDU liegt dort derzeit mit 30 Prozent aber weiterhin deutlich vorn. Die Linken liegen bei 21 Prozent, die Grünen bei fünf und die Freidemokraten bei vier Prozent.

In Rheinland-Pfalz schrumpft der Vorsprung der CDU auf die SPD. Die Sozialdemokraten kommen jetzt auf 33 Prozent, die CDU auf 35 Prozent. Die grüne Partei kommt auf neun Prozent, die FDP auf sieben, die AfD auf 8,5 und die Linke vier. In allen drei Ländern ist mehr als ein Drittel der Wähler noch unentschlossen.

Das Meinungsforschungsinstitut Insa steht immer wieder in der Kritik. Der Vorwurf: Chef Hermann Binkert soll der AfD nahestehen. Er ist an einem Unternehmen beteiligt, das die Thüringer Fraktion der Partei in inhaltlichen Fragen beriet.


Für die repräsentativen Umfragen befragte Insa vom 19. bis 20. Februar in den drei Bundesländern jeweils mindestens tausend Wahlberechtigte. Die Fehlerabweichung liegt in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt bei 2,8 Prozentpunkten, in Rheinland-Pfalz bei drei Punkten.

kev/dpa/Reuters

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