Bahnhof Hannover Polizisten bergen verdächtiges Paket in Zug

Aufregung am Bahnhof in Hannover: In einem IC ließ ein Mann trotz Hinweisen von Mitreisenden ein Paket liegen und stieg aus. Die Polizei hat den verdächtigen Gegenstand geborgen - es handelte sich um eine "gut gemachte Sprengstoff-Attrappe".

Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen einen Zug, der auf einem Gleis am Hauptbahnhof Hannover steht
DPA

Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen einen Zug, der auf einem Gleis am Hauptbahnhof Hannover steht


Nach der Absage des Fußballspiels Deutschland gegen die Niederlande haben Entschärfer der Polizei am Dienstagabend aus einem IC in Hannover ein verdächtiges Paket geborgen.

Dabei handelte es sich nach Aussagen von Bundespolizeisprecherin Sandra Perlebach um eine gut gemachte Sprengstoff-Attrappe und nicht um eine scharfe Bombe, wie zunächst befürchtet worden war.

Gefahndet wird nun nach dem Mann, der das Paket auf der Gepäckablage liegen ließ. Mitreisende hätten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er etwas vergessen habe, als er aufstand und ging. Der Mann habe aber nicht darauf reagiert, sondern den Zug verlassen und sei geflüchtet, sagte die Polizeisprecherin.

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Daraufhin sei die Polizei alarmiert worden. Nachdem auch ein Sprengstoffsuchhund angeschlagen habe, seien Entschärfer hinzugezogen worden. "Das sah schon verdächtig aus", sagte die Polizeisprecherin.

Beim Röntgen entdeckten Entschärfer der Bundespolizei elektronische Bauteile, wie es weiter hieß. Nach dem Öffnen des Pakets hätten die Experten festgestellt, dass es sich um eine Attrappe handelte.

Der betroffene Zug war auf dem Weg von Hannover über Bremen nach Oldenburg. Die Teilsperrung des Bahnhofs wurde nach etwa einer Stunde und 20 Minuten aufgehoben.

Die Polizei in Hannover ist nach der kurzfristigen Absage des Fußball-Länderspiels wegen Terroralarms weiter an zahlreichen Orten in der Stadt auf der Suche nach Verdächtigen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE kam der Hinweis auf ein mögliches Attentat vom französischen Geheimdienst.

Festnahmen gab es bisher nicht. Auch Sprengstoff wurde bisher nicht gefunden. "Wir sind an verschiedenen Orten im Einsatz", sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Hannover, Martina Stern. Seit der Absage des Länderspiels habe es mehrere Überprüfungen von verdächtigen Gegenständen gegeben, die sich alle nicht bestätigt hätten.

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lgr/dpa/AFP

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