Balkan-Staaten Kommunen kritisieren Asylbewerberstrom

Die Städte und Gemeinden fordern einen Stopp des Zuzugs von Asylbewerbern aus den Balkanstaaten. Innerhalb von einem Jahr sei deren Zahl um 140 Prozent gestiegen, monieren die Kommunen. Stellenweise gebe es schon Probleme, die Menschen unterzubringen.


Passau - Angesichts der steigenden Zahl von Asylbewerbern vom Balkan verlangen die Kommunen eine Wiedereinführung der Visapflicht und eine deutliche Beschleunigung von Asylverfahren. Diese müssten möglichst "innerhalb von drei Wochen durch eine verbindliche Entscheidung abgeschlossen sein", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Passauer Neuen Presse".

Auf dem Balkan werde "mit Flugblättern schon Werbung für die Einreise nach Deutschland betrieben, um hier zu überwintern". Landsberg fügte hinzu: "Die Städte und Gemeinden haben teilweise schon erste Schwierigkeiten, die notwendigen Unterkünfte bereitzustellen."

Landsberg verwies darauf, dass im Oktober 2700 Menschen aus Serbien und 1300 aus Mazedonien Asyl in Deutschland beantragt hätten. Laut Zahlen des Bundesinnenministeriums aus der vergangenen Woche wurden im Oktober 9950 Asylanträge gestellt - fast 50 Prozent mehr als im September und etwa 140 Prozent mehr als im Oktober 2011.

"Die Tendenz ist weiter steigend", sagte Landsberg. Bei den Asylbewerbern vom Balkan handele es sich fast ausschließlich um Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verließen. 90 Prozent von ihnen erhielten keine Anerkennung als Flüchtlinge. Außerdem sei damit zu rechnen, dass aus Syrien weiter Menschen nach Deutschland kämen, "die wirklich verfolgt sind und auf ihr Asylrecht hoffen".

ler/dpa

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