Neue Flüchtlingszahlen Über die Balkanroute kommen immer mehr Frauen und Jugendliche

Bis zu 80 Prozent der Flüchtlinge auf der Balkanroute sind neuerdings Frauen und unbegleitete Jugendliche. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem internen Protokoll des Innenministeriums hervor.

Februar 2016, Mazedonien: Hunderte von Flüchtlingen, unter ihnen viele Frauen mit Kindern aus Afghanistan, versuchen, nach Norden zu ziehen.
AP

Februar 2016, Mazedonien: Hunderte von Flüchtlingen, unter ihnen viele Frauen mit Kindern aus Afghanistan, versuchen, nach Norden zu ziehen.


Auf der Balkanroute befinden sich derzeit vor allem Frauen und unbegleitete Jugendliche. Dies geht nach SPIEGEL-Informationen aus dem internen Protokoll einer Telefonkonferenz des Bundesinnenministeriums hervor. Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.

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Heft 9/2016
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In dem Papier heißt es: "Das Auswärtige Amt bestätigt auf Nachfrage, dass über die Balkanroute derzeit mehr Frauen und unbegleitete Jugendliche kommen würden. Es handelt sich hierbei um eine Größenordnung von bis zu 80 Prozent. Es wird angenommen, dass dies bereits eine Reaktion auf die in Deutschland vorgesehenen gesetzlichen Änderungen mit Bezug auf Familiennachzug ist."

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Der Bundestag hat in dieser Woche eine Verschärfung des Asylrechts beschlossen, die auch eine Aussetzung des Familiennachzugs vorsieht. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, kritisiert angesichts der neuen Zahlen den Beschluss: "Nur um des Friedens mit der CSU willen, wurde der Familiennachzug ausgesetzt. Damit gefährden Union und SPD das Leben von Frauen und Kindern, die vor einem Bürgerkrieg fliehen und Schutz suchen."

Im vergangenen Jahr wurden nur rund 18 Prozent der Asylanträge in Deutschland von Frauen gestellt, 31 Prozent von Minderjährigen.

Im Video: 15-jährige Afghanin auf der Flucht

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