Flüchtlinge auf der Balkanroute 40 Prozent der Neuankömmlinge offenbar ohne Chance auf Asyl

Über die Balkanroute kommen seit dem Jahreswechsel deutlich weniger Syrer nach Europa, dafür mehr Flüchtlinge aus anderen Ländern. Deren Asylgesuche schätzt die EU-Kommission laut einem Zeitungsbericht aber zum großen Teil als aussichtslos ein.

  Flüchtlinge in Mazedonien: Die Zahl der Migranten aus dem Irak und Afghanistan steigt
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Flüchtlinge in Mazedonien: Die Zahl der Migranten aus dem Irak und Afghanistan steigt


Im Januar kamen etwa 2000 Flüchtlinge am Tag über die sogenannte Balkanroute nach Europa. Nach Einschätzung der EU-Kommission haben etwa 40 Prozent von ihnen keine realistische Chance auf Asyl oder Flüchtlingsschutz in der Europäischen Union. Das geht aus einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS") hervor, die sich auf einen hohen Kommissionsbeamten beruft.

Laut Grenzschutzagentur Frontex schlägt sich dem Bericht zufolge in dieser Zahl nieder, dass der Anteil der Syrer auf der Balkanroute stark gesunken ist. Im September 2015 waren 69 Prozent der Menschen, die über die Türkei nach Griechenland kamen, syrische Flüchtlinge. Im Januar waren es nur noch 39 Prozent.

Gestiegen ist dagegen der Anteil von Irakern von 8 auf 25 Prozent, der von Afghanen von 18 auf 24 Prozent. Bewerber aus diesen Ländern bekommen deutlich seltener Asyl gewährt als Syrer. Hinzu kam ein größerer Anteil von Migranten aus den Maghreb-Staaten. Sie werden in aller Regel als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft, denen Asyl verwehrt wird.

Wie die "FAS" weiter berichtet, erreichten im Januar 60.466 Flüchtlinge von der Türkei aus Griechenland. Das entsprach einem Tagesdurchschnitt von 1951 Personen - verglichen mit 3497 Personen im Dezember und 6929 Personen im bisherigen Spitzenmonat Oktober 2015.

asc



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