Balkanroute Serbien und Mazedonien lassen nicht mehr jeden Flüchtling durch

Die Flucht über den Balkan nach Europa wird für viele Menschen schwieriger. Serbien und Mazedonien lassen nur noch Bürger aus drei Staaten passieren. Die ersten Flüchtlinge sind bereits an der Grenze gestrandet.

Flüchtlinge an der serbischen Grenze: Nur noch Syrer, Afghanen und Iraker dürfen durch
AFP

Flüchtlinge an der serbischen Grenze: Nur noch Syrer, Afghanen und Iraker dürfen durch


Serbien und Mazedonien lassen nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan einreisen. Dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge werden Migranten aus anderen Ländern abgewiesen. Dutzende Menschen seien deshalb bereits an den Grenzen gestrandet. Ein Augenzeuge an der griechisch-mazedonischen Grenze bestätigte, dass die mazedonische Polizei alle anderen Flüchtlinge abweise.

Ein mazedonischer Polizeivertreter sagte, die Teilschließung der Grenze sei eine Reaktion darauf, dass das EU-Land Slowenien angekündigt habe, das gleiche zu tun. Alle anderen Flüchtlinge sollten dort mit der Begründung abgewiesen werden, dass sie Wirtschaftsflüchtlinge seien. Eine Bestätigung aus Slowenien lag Reuters zunächst nicht vor.

Die UNHCR-Sprecherin sagte, Serbien habe am Mittwochabend damit begonnen, seine Grenzen für bestimmte Flüchtlinge zu schließen. Mazedonien habe am frühen Morgen nachgezogen. Auf der sogenannten Balkanroute strömen seit Monaten Flüchtlinge in Richtung Nordeuropa.

Der niederländische Innenminister hat andere Vorschläge in der Flüchtlingskrise: Er will ein "Mini-Schengen" einrichten. Dabei geht es um die Idee, passfreies Reisen künftig nur noch auf eine Kerngruppe von Ländern wie die Benelux-Staaten, Frankreich und Deutschland zu konzentrieren.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat darauf reserviert reagiert. Sein Kollege habe ihm diese Idee mehrfach vorgetragen, auch in den vergangenen Tagen, sagte der CDU-Politiker. "Unser politisches Ziel muss sein, den Schengenraum insgesamt so funktionsfähig wie möglich zu machen", betonte de Maizière aber. "Alles Weitere wären nur Hilfsüberlegungen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die höheren Ausgaben für die Integration der Flüchtlinge in Deutschland weiterhin nicht über höhere Steuern finanzieren: "Ich bleibe dabei: Auch wenn wir jetzt neue Herausforderungen durch die Flüchtlinge haben, wir brauchen dafür keine Steuererhöhungen."

ler/Reuters/dpa



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