Bamf-Affäre In Asylakten fehlen womöglich Zehntausende Fingerabdrücke

In mehr als 34.000 Asylverfahren könnten nach SPIEGEL-Informationen keine Fingerabdrücke und Fotos genommen worden sein. Das Innenministerium will das nun "schnellstmöglich" nachholen.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg
DPA

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg


Die Zahl der Flüchtlinge, denen keine Fingerabdrücke abgenommen wurden, könnte deutlich höher liegen als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aktuell 2,2 Millionen Asylverfahren aus den Jahren 2005 bis 2018 in seinem Computersystem überprüft. Bei dem Abgleich stellte sich heraus: In 34.157 Fällen war keine erkennungsdienstliche Behandlung vermerkt, sprich: Es fehlen womöglich Fingerabdrücke und Fotos der Asylbewerber.

Im vergangenen Sommer war zwischenzeitlich von lediglich 5000 fehlenden Fingerabdrücken die Rede gewesen. Wenige Monate später hieß es: Diese Lücke sei weitgehend geschlossen worden. Dass nun Zehntausende erkennungsdienstliche Behandlungen fehlen sollen, wirft Fragen auf.

Das Bundesinnenministerium verwies in einem Schreiben an den Innenausschuss des Bundestags allerdings darauf, dass die Zahl vorläufig sei. Ob tatsächlich in allen Fällen keine Fingerabdrücke und Fotos vorliegen, und welche Behörde dafür verantwortlich sei, müsse nun von Hand an den Akten festgestellt werden.

Das Bamf arbeite "mit Hochdruck an einer entsprechenden Auswertung" und werde dabei durch das Bundeskriminalamt unterstützt, heißt es in dem Schreiben. Ziel sei es, "insbesondere vor dem Hintergrund sicherheitsrelevanter Aspekte", fehlende erkennungsdienstliche Behandlungen "schnellstmöglich" nachzuholen.

wow

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.