Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Türkische Asylbewerber sollen unterschiedlich oft anerkannt worden sein

In Bonn erhalten 83 Prozent der türkischen Asylbewerber laut einem Medienbericht Schutz - in Eisenhüttenstadt sollen es nur zwei Prozent sein: Die Chancen auf politisches Asyl schwanken innerhalb Deutschlands offenbar stark.

Bamf-Außenstelle in Eisenhüttenstadt
imago/ Christian Ditsch

Bamf-Außenstelle in Eisenhüttenstadt


Asyl ist ein Grundrecht, das bundesweit gilt. Bei welchen Fällen es greift, hängt laut einem Bericht der "Welt" aber stark vom Wohnort der Menschen ab. Für Asylbewerber aus der Türkei schwankt die Anerkennungsquote demnach stark zwischen den verschiedenen Außenstellen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

Nach dem Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Sommer 2016 hatten deutlich mehr Türken Asyl in Deutschland beantragt als sonst. Im Bundesschnitt habe ihre Anerkennungsquote 2017 dennoch nur bei 28,1 Prozent gelegen, schrieb die "Welt" unter Berufung auf Statistiken des Bamf. In den nordrhein-westfälischen Außenstellen sei sie zwar weit höher ausgefallen - in ostdeutschen Außenstellen jedoch verbreitet deutlich niedriger.

In der Außenstelle Halberstadt in Sachsen-Anhalt hatten laut "Welt" 2017 nur 2,7 Prozent der türkischen Asylbewerber Schutz erhalten. Im sächsischen Chemnitz sollen es 2,2 Prozent und im brandenburgischen Eisenhüttenstadt sogar nur 1,9 Prozent der Menschen gewesen sein.

Bamf verweist auf Einzelfallprüfungen

In der nordrhein-westfälischen Außenstelle Mönchengladbach dagegen lag die Quote dem Bericht zufolge bei 68,3, in Essen bei 76,7 und in Bonn gar bei 82,9 Prozent. Das Bamf begründete dies der "Welt" damit, dass jedes Asylverfahren immer eine Einzelfallprüfung darstelle. Es werde individuell geprüft, ob Schutz gewährt wird.

Zudem könne es "auch vorkommen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders viele Schutzsuchende aus einer bestimmten Region eines Herkunftslandes nach Deutschland kommen und deren Asylantrag zum überwiegenden Teil im Rahmen der Weiterverteilung in einem Bundesland bearbeitet wird".

Dies könne "die Schutzquoten entsprechend verändern, da die Entscheidungsgrundlagen zu Personen aus verschiedenen Herkunftsregionen unterschiedlich sein" könnten.

apr

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