Skandal-Behörde Jurist aus Bayern soll neuer Bamf-Chef werden

Die Entlassung von Bamf-Chefin Jutta Cordt war offensichtlich gut vorbereitet: Ihr Nachfolger steht bereits fest. Er heißt Hans-Eckhard Sommer - und ist ganz nach dem Geschmack Horst Seehofers.

Außenstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Bremen
DPA

Außenstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Bremen


Kurz nach der Entlassung von Jutta Cordt als Chefin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist ein Nachfolger gefunden: Der Leiter des Sachgebiets Ausländer- und Asylrecht im bayerischen Innenministerium, Hans-Eckhard Sommer, soll das Amt übernehmen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Regierungskreisen.

Das Bundesinnenministerium hatte am Freitagabend überraschend darüber informiert, dass Innenminister Horst Seehofer (CSU) Cordt von ihren Aufgaben entbunden hat. Sie hatte das Amt erst Anfang 2017 übernommen.

Sommer gilt in Fachkreisen als "harter Hund". Er wolle Asylbewerber stärker als bisher auf terroristische Kontakte hin überprüfen und schneller ausweisen, heißt es.

Das Bundesamt mit Hauptsitz in Nürnberg war massiv in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass ihre Bremer Außenstelle womöglich 1200 Menschen Asyl ohne die nötige Rechtsgrundlage gewährt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die frühere Leiterin der Außenstelle und fünf weitere Beschuldigte, darunter drei Anwälte.

Inzwischen geht es in der Debatte aber auch um die Strukturen des Bamf insgesamt und dessen Arbeit in der Hochphase der Flüchtlingskrise 2015 und 2016. Seehofer hat eine vollständige Aufklärung der Affäre angekündigt und einen Umbau der Behörde in Aussicht gestellt.

mik/dpa



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