Asylskandal in Bremen Bamf prüft mögliche Fehler beim Umgang mit Hinweisen

Der SPIEGEL deckte auf, dass das Bamf bereits vor Jahren Hinweise auf Manipulationen in seiner Bremer Außenstelle bekam - nun untersucht die Behörde laut einem Medienbericht, ob diese damals richtig verarbeitet wurden.

Jutta Cordt (Archiv)
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Jutta Cordt (Archiv)


In der Affäre um zu Unrecht bewilligte Asylanträge in Bremen werden nach Angaben der Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Jutta Cordt, mögliche Fehler untersucht. Die Behörde erstattete im November Strafanzeige gegen die frühere Leiterin der Bamf-Außenstelle Bremen, habe aber deutlich früher von möglichen Unregelmäßigkeiten erfahren, sagte Cordt der "Frankfurter Allgemeinen" (FAZ). Das Bamf prüfe nun, ob die Hinweise damals richtig verarbeitet wurden.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte das Bamf bereits im Jahr 2014 konkrete Hinweise auf die Manipulationen in Bremen. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Vier Unregelmäßigkeiten waren laut FAZ bereits bei einem internen Disziplinarverfahren aufgefallen, das im März 2017 abgeschlossen wurde. "Für strafrechtliche Schritte reichten die Hinweise jedoch nicht aus", sagte Cordt. Selbst nach diesem Disziplinarverfahren könnte die Beamtin laut SPIEGEL weiter an Unregelmäßigkeiten beteiligt gewesen sein.

Am 20. April war bekannt geworden, dass die ehemalige Leiterin der Bamf-Außenstelle in Bremen in mindestens 1200 Fällen Asylanträge zu Unrecht bewilligt haben soll. Gegen sie und fünf weitere Beschuldigte, darunter ein Dolmetscher und drei Anwälte, wird deshalb ermittelt. Ihre zeitweise Nachfolgerin hat dem Bamf vorgeworfen, nicht an einer Aufklärung der Affäre interessiert zu sein.

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bbr/AFP

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