SPD-Kanzlerkandidat Ackermann lobt Steinbrücks Bankenplan

Das ist Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat Peer Steinbrücks Pläne für den Umbau des Finanzsektors in Teilen unterstützt - er lobte die Idee für einen Rettungsfonds, den die Geldhäuser selbst finanzieren. Kritik kommt aus dem Wirtschaftsministerium.

Designierter SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Beistand vom Ex-Banker
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Designierter SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Beistand vom Ex-Banker


Berlin - Peer Steinbrück hat genaue Vorstellungen davon, wie sich das Bankensystem regulieren lässt und bekommt dabei Beistand von einem der bekanntesten Ex-Manager aus der Branche. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann unterstützt das Konzept des designierten SPD-Kanzlerkandidaten zur Reform des Finanzsektors - wenn auch nur in Teilen.

Er stimme Steinbrücks Einschätzung zu, "dass wir auf europäischer Ebene einen Restrukturierungsfonds benötigen, um Banken auch grenzüberschreitend abzuwickeln", sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Talkshow von Günther Jauch.

Steinbrück hatte sein Konzept in der vergangenen Woche vorgestellt. Es sieht unter anderem einen von Europas Banken selbst finanzierten Banken-Rettungsfonds mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro vor. Zudem besteht er auf eine europäische Finanztransaktionsteuer, um den Finanzsektor an den Kosten der Krise zu beteiligen.

Gleichzeitig will der ehemalige Finanzminister das Privat- und Geschäftskundengeschäft vom Investmentbanking trennen - notfalls könnte dann der Investmentteil abgewickelt werden.

Eine solche Trennung der Geschäfts- und Investmentbereiche von Banken lehnt Ackermann ab, stattdessen fordert er klare Regeln für das Investmentbanking: Unter anderem müsste der Transfer von Geldern aus dem Privatkundengeschäft ins "risikoreiche Investmentbanking" verboten werden, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank.

Am Montag wichtiges Treffen des SPD-Vorstandes

Deutliche Kritik an den Plänen des designierten SPD-Kanzlerkandidaten kam aus dem Wirtschaftsministerium. Das SPD-Konzept zur Regulierung der Finanzmärkte "enthält kaum Neues", zitiert die "Welt" laut Vorabbericht Experten aus dem Ministerium.

Das Papier zeichne zu großen Teilen lediglich den derzeitigen Diskussionsstand nach, insbesondere bei Finanztransaktionssteuer, europäischer Bankenaufsicht und Hochfrequenzhandel. Teilweise bleibe es sogar hinter dem Stand der aktuellen Regulierung zurück.

Am Montagvormittag tritt der SPD-Vorstand zusammen, um Steinbrück offiziell zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 zu nominieren. Es wird mit einer breiten Zustimmung zum Personalvorschlag des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel gerechnet. Am 9. Dezember soll in Hannover die endgültige Kür Steinbrücks durch einen Sonderparteitag folgen.

jok/AFP/dpa



insgesamt 107 Beiträge
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Seite 1
juharms 01.10.2012
1. Ach herrje
Zitat von sysopGetty ImagesDas ist Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat Peer Steinbrücks Pläne für den Umbau des Finanzsektors in Teilen unterstützt - er lobte die Idee für einen Rettungsfonds, den die Geldhäuser selbst finanzieren sollen. Kritik kommt aus dem Wirtschaftsministerium. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bankenrettung-ackermann-unterstuetzt-steinbruecks-plaene-a-858842.html
Die Banken, die bisher nur 0,5 % ihres SChiffskredit-Portfolios wertberichtigt haben und darauf hoffen, dass der Staat schon einspringt? Die Banken, die entgegen der amerikanischen Variante (annähernd 1.000 Pleiten seit 2008) allesamt durchgeschleppt werden? Ein Modell von dem Mann, der durch Vortragstingelei Millionen verdient hat, vor allem im Finanzsektor, macht mich misstrauisch. HAuptsache Merkel hat mal gesagt alle Einlagen sind sicher....bei 5 Mrd Einlagensicherungsfonds und mehreren Billionen an Einlagen....passt schon, Politiker....alles nur eine Frage von ein paar Nullen....wie in der Politik.
mischpot 01.10.2012
2. Welches Mutter Kindes Steinbrück ist Steinbrück
der Bankster liebstes, Ackermanns als Protegé von Steinbrück und Steinbrück will die Banken an die Kandare nehmen. Der Wahrheitsgehalt von Steinbrücks Propaganda ist gleich null. Solch eine Marionette der Finanzwirtschaft ist nur der verlängerte Arm der Bankster und der Bürger soll weiter haften und zahlen. Die SPD sollte das S streichen und durch K wie Korruption ersetzen.
Roueca 01.10.2012
3. Nur die überschrift gelesen:
Zitat von sysopGetty ImagesDas ist Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat Peer Steinbrücks Pläne für den Umbau des Finanzsektors in Teilen unterstützt - er lobte die Idee für einen Rettungsfonds, den die Geldhäuser selbst finanzieren sollen. Kritik kommt aus dem Wirtschaftsministerium. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bankenrettung-ackermann-unterstuetzt-steinbruecks-plaene-a-858842.html
Da schrillen alle Alarmglocken und Sirenen bei mir, denn wenn der das gut findet, dann kann es nur bedeuten das der Steuerzahler der Depp ist.
Hajojunge 01.10.2012
4. Guter Mann
Herr Steinbrück hat durchaus das Zeug, unter Merkel 3.0 in der großen Koalition Finanzminister zu werden.
forenuser 01.10.2012
5.
Zitat von sysopGetty ImagesDas ist Schützenhilfe von unerwarteter Seite: Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat Peer Steinbrücks Pläne für den Umbau des Finanzsektors in Teilen unterstützt - er lobte die Idee für einen Rettungsfonds, den die Geldhäuser selbst finanzieren sollen. Kritik kommt aus dem Wirtschaftsministerium. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bankenrettung-ackermann-unterstuetzt-steinbruecks-plaene-a-858842.html
Als ob denen nicht was einfallen würde die Kohle trotzdem dahin umzuleiten. Wenn es Ackermann nicht gefällt, dann muss es gut sein!
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