Obama in Berlin So überstehen Sie den Präsidentenbesuch

Woher weiß ich, wann sich Obama wo in Berlin aufhält? Wie finde ich heraus, ob mein Flug Verspätung hat? Und darf ich in der Stadt mein Fahrrad noch anschließen? Die Tipps für den Präsidenten-Besuch in der Hauptstadt.

Zutritt verboten: Für Barack Obamas Besuch wird der Pariser Platz zur Hochsicherheitszone
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Zutritt verboten: Für Barack Obamas Besuch wird der Pariser Platz zur Hochsicherheitszone

Von Theresa Breuer


Berlin - Wenn Barack Obama ab Dienstag in Berlin auf Staatsbesuch ist, gilt für ihn die höchste Sicherheitsstufe. Um ihn vor möglichen Attentaten zu schützen, werden Gullydeckel verplombt und Mülleimer entfernt. Ganze Straßenblöcke werden weiträumig abgesperrt, bei Abflug und Landung der "Air Force One" auch der Luftraum.

Richtig los mit der Obama-Show geht es am Mittwochvormittag. Um 10 Uhr empfängt Bundespräsident Joachim Gauck den US-Präsidenten im Schloss Bellevue mit militärischen Ehren. Eine Stunde später ist er schon mit Angela Merkel im Kanzleramt zum Gespräch verabredet. Danach ist eine gemeinsame Pressekonferenz vorgesehen, gefolgt von einem Mittagessen zu zweit. Gegen 15.15 Uhr wird Obama seine mit Spannung erwartete Rede vor 4000 geladenen Gästen vor dem Brandenburger Tor halten, anschließend trifft er sich mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Und bevor sich der Präsident gegen 22 Uhr auf den Weg zurück in die Heimat macht, wird er im Schloss Charlottenburg auf Einladung von Angela Merkel gemeinsam mit ihr und seiner Familie zu Abend essen.

Schon jetzt sind mehrere tausend Polizisten in der Stadt unterwegs, um Berlin für den Obama-Besuch zu rüsten. SPIEGEL ONLINE hat Tipps zusammengestellt, wie Sie die zwei Tage im Ausnahmezustand überstehen.

Flughafen Tegel: Am Dienstagabend landet Obamas "Air Force One" in Tegel. Die genaue Ankunftszeit ist aus Sicherheitsgründen geheim. Passagiere, die an- oder abreisen wollen, müssen mit erheblichen Verzögerungen rechnen, denn für die Ankunft der Präsidentenmaschine wird der gesamte Luftraum gesperrt.

Über Verspätungen können sich Fluggäste über die Website des Flughafens, den Twitteraccount @berlinairport oder die Facebookseite informieren. Außerdem sollten Passagiere ausreichend Zeit für die Fahrt zum Flughafen einplanen. Denn auch auf dem Weg dorthin wird es zu Polizeisperren und -kontrollen kommen. Welche Straßen konkret betroffen sind, können Sie hier nachschauen. All das gilt auch für Mittwoch, wenn der Präsident wieder abreist.

Polizeisperren: Obama wird sich bei seinem Besuch unter anderem am Potsdamer Platz, im Schloss Charlottenburg und am Brandenburger Tor aufhalten. Schon jetzt ist der Verkehr an den entsprechenden Orten stark eingeschränkt. Anwohner haben im Vorfeld Flyer erhalten, die darüber informieren, welche Straßen gesperrt sein werden. Alle bislang gültigen Karten finden sie hier. Darauf allein sollten sich die Berliner aber nicht verlassen, warnt die Polizei. "Bitte richten Sie sich auch auf unvorhersehbare Sperrungen ein, die sich aus dem Ablauf des Besuches ergeben können", heißt es auf den Flyern.

Das betrifft etwa alle Straßen, die der Präsident entlangfahren wird, um zu seinen Terminen zu kommen. Auch deshalb sollten Berliner am Dienstag und Mittwoch darauf achten, wo sie ihre Autos abstellen oder Fahrräder abschließen. Wird ein Bereich kurzfristig zur Sicherheitszone erklärt, werden alle Autos und Fahrräder, die sich dort befinden, von der Polizei abgeschleppt und müssen kostenpflichtig wieder abgeholt werden.

Eine aktuelle Abbildung, wann wo welche Straßen gesperrt sind, wird es allerdings nicht geben. Wer sich über Verzögerungen in der Stadt informieren will, sollte auf die Verkehrsmeldungen im Radio achten. Für weitere Informationen hat die Polizei außerdem ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter der Nummer 030 - 4664 404120 am 18. und 19. Juni von 8 - 23 Uhr zu erreichen ist.

Obamas Termine: Die offizielle Website der Stadtverwaltung informiert darüber, wo und wann sich Obama am Mittwoch voraussichtlich aufhalten wird. Zusätzliche Informationen überträgt außerdem der Fernsehsender Phoenix. Ab Mittwochmorgen um 9 Uhr berichtet der Sender den ganzen Tag über den Besuch des US-Präsidenten. Wer außerdem Barack Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor hören möchte, aber nicht zu den geladenen Gästen gehört, kann dies ab 14.55 Uhr in der ARD tun. Dort wird sie live übertragen.

Sobald Obama am Mittwochabend aus Berlin abreist, wird sofort alles abgebaut, was den Verkehr in Berlin behindert. Nur der Pariser Platz und der Bereich Unter den Linden bis zur Wilhelmstraße wird noch bis zum Freitagabend zur Sperrzone für den normalen Verkehr erklärt. Im Rest der Stadt sollte allerdings ab Donnerstagmorgen nichts mehr von Obamas Besuch in der Hauptstadt zu spüren sein.

tbr

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Seite 1
finanzamtsopfer 18.06.2013
1. Wer
zahlt diesen Mist noch mal? Ach ja, das bin ja ich. Warum tut's nicht ne einfache Videokonferenz? Dazu braucht nicht ein einziger Gullideckel verschweißt werden...
cs01 18.06.2013
2.
Wie bitte??? Ich muss dafür zahlen, dass ich mein Auto oder Fahrrad legal parke, bloß weil man meint, der US-Präsident kommt vorbei. Ich kann ja noch verstehen, dass man die Straße dann räumt. Aber dann habe ich auf Staatskosten zu meinem Auto oder Fahrrad gebracht zu werden, zusammen mit ener Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Ansonsten gibt es Rechtssprechung zu temporären Parkverboten. Diese müssen 3(?)Tage vorher bekannt gegeben werden.
Niamey 18.06.2013
3. Aber nicht doch!
Zitat von sysopREUTERSWoher weiß ich, wann sich Obama wo in Berlin aufhält? Wie finde ich heraus, ob mein Flug Verspätung hat? Und darf ich in der Stadt mein Fahrrad noch anschließen? Die Tipps für den Präsidenten-Besuch in der Hauptstadt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/barack-obama-in-berlin-tipps-um-den-praesidentenbesuch-ueberstehen-a-906135.html
Wir sind doch eine Demokratie! Und da sind alle Menschen gleich! Sagt man. Aber hier zeigt sich mal wieder wie weit die Staatsorgane von der Wirklichkeit und dem Menschen/ Wähler / Souverän entfernt leben. So weit, dass man sich das nur vorstellen kann wenn man mal Leidtragender bei solch einem Besuch war! Viel Spaß Berliner! Ich lach mich derweil scheckig über den Ärger den ihr haben werdet und das Geld was Euch dann in der Stadt- und Landeskasse für den protzigen Aufwand wieder fehlen wird.
liverbird 18.06.2013
4.
---Zitat--- Das betrifft etwa alle Straßen, die der Präsident entlangfahren wird, um zu seinen Terminen zu kommen. Auch deshalb sollten Berliner am Dienstag und Mittwoch darauf achten, wo sie ihre Autos abstellen oder Fahrräder abschließen. Wird ein Bereich kurzfristig zur Sicherheitszone erklärt, werden alle Autos und Fahrräder, die sich dort befinden, von der Polizei abgeschleppt und müssen kostenpflichtig wieder abgeholt werden. Eine aktuelle Abbildung, wann wo welche Straßen gesperrt sind, wird es allerdings nicht geben. ---Zitatende--- Das ist ja mal geil! Hat der Friedrich bestimmt wieder 2 Wochen lang intensiv drüber nachgedacht. Wie wichtig nehmen wir den Obama eigentlich? Ach nee ist ja klar, in Deutschland leben ja ohnehin 80 Millionen potentielle Terroristen, da muss man vorsichtig sein. Wahrscheinlich hat Obama ja auch 'ne Kopie von Prism mit dabei, damit sich der BND nicht so sehr anstrengen muss. Immerhin sind wir mit den Herrschern der Welt ja so gut befreundet. Ich könnte kotzen!
blickpol 18.06.2013
5. Reden kann er ja,
aber der Wahrheitsgehalt lässt zu wünschen übrig. Als vor 40 Jahren Präsident J F Kennedy in Berlin war, stand er als Symbol für Freiheit und Menschenwürde. Mr. President Barack Obama steht für Unfreiheit. Ich persönlich könnte bestens auf seine Anwesenheit in Deutschland verzichten, das würde eine Menge Steuergelder sparen. Als Mann von Welt hat er schon längst die Anliegen der einfachen Menschen aus den Augen verloren, es lohnt sich ja leider nicht, solchen Personen das auch mal zu sagen. Abgesehen davon, dass auch bei uns die Meinungsfreiheit immer engere Grenzen findet. Viele Bürger dieser Welt hätten sich gewünscht, dass Mr. President den Kampf um Freiheit, den seine Vorfahren mit Stolz und Mut gekämpft haben, weiterkämpft und nicht bekämpft. Dass Frau Bundeskanzlerin selbstverständlich seiner Meinung ist, was die Internet-Versklavung betrifft war doch wohl jedem denkenden Menschen klar, oder?
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