Molotowcocktails auf Flüchtlingsheim Drei Festnahmen nach Brandanschlag in Bautzen

Vier Brandsätze flogen auf eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen, jetzt wurden die mutmaßlichen Täter festgenommen. Sie stehen auch wegen anderer Straftaten im Verdacht.

Polizeiauto (Symbolbild)
DPA

Polizeiauto (Symbolbild)


Nach einem Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Bautzen hat die Polizei drei Verdächtige gefasst. Zwei Männer im Alter von 19 Jahren und ein 23-Jähriger seien "insoweit geständig", sagte der Görlitzer Staatsanwalt Till Neumann. Die Männer wurden am 23. Dezember dem Haftrichter vorgeführt und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

In der Nacht zum 13. Dezember waren vier Brandsätze auf das Gelände der Unterkunft geworfen worden. Zwei Molotowcocktails brannten laut Polizei auf einer Fläche wenige Meter vor dem ehemaligen Spreehotel ab, die beiden anderen Brandsätze zündeten nicht. Ein fünfter Brandsatz war am Zaun der Unterkunft zurückgelassen worden. Schaden entstand nicht.

Die drei Festgenommenen stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch noch wegen anderer Straftaten in Verdacht. Das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum übernahm am Tag nach dem Anschlag die Ermittlungen.

Bautzen geriet wegen fremdenfeindlicher Übergriffe im vergangenen Jahr wiederholt in die Schlagzeilen. Im Februar hatten Unbekannte eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt. Wer das Feuer gelegt hat, ist unklar. Mittlerweile wurden allerdings zwei Schaulustige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu Jugendhaftstrafen verurteilt.

Im September waren dann etwa 20 jugendliche Flüchtlinge und etwa 80 Rechtsextreme am Bautzener Kornmarkt aneinander geraten. Im Anschluss jagten die Rechtsextremen die Flüchtlinge durch die Stadt. Im November gab es erneut Berichteüber eine "Hetzjagd" Rechtsextremer auf Flüchtlinge durch Bautzens Innenstadt.

Video: Fremdenfeindlicher Protest in Bautzen, Sommer 2016

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cht/dpa

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