Bautzen Flüchtlinge griffen laut Polizei betrunkene Rechte an

Nach Zusammenstößen zweier Gruppen Jugendlicher in Bautzen hat die Polizei Details bekannt gegeben: Demnach griffen Flüchtlinge Jugendliche aus dem politisch rechten Spektrum an. Allerdings hätten sich die Rechten zuvor bei Facebook verabredet.

Bautzen, Dresdener Straße, am Mittwochabend
DPA/ Xcitepress

Bautzen, Dresdener Straße, am Mittwochabend


Die Polizei Bautzen hat Details zu einer Schlägerei zwischen minderjährigen Flüchtlingen und Bautzener Jugendlichen bekannt gegeben. Gegen 20.50 Uhr sei die Polizei per Notruf verständigt worden, dass zwei Gruppen auf dem Kornmarkt im Zentrum Bautzens aufeinander losgingen.

Eine Gruppe von 15 bis 20 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen habe mit Flaschen und Holzlatten eine größere Gruppe, die zum Großteil dem politisch rechten Spektrum angehört, auf dem Platz angegriffen, sagte Uwe Kilz, Leiter des Polizeireviers Bautzen, bei einer Pressekonferenz.

Die zweite Gruppe habe aus etwa 80 Personen bestanden, die "eventbetont" unterwegs und angetrunken gewesen seien. Die Betrunkenen hätten versucht, der Flüchtlinge "habhaft zu werden", so Kilz.

Daraufhin seien die Flüchtlinge in Richtung ihrer Unterkunft geflohen. Dorthin habe die Polizei sie begleitet, danach sei die Unterkunft gegen einen möglichen Angriff beschützt worden. Am Donnerstagmorgen seien vier "Rädelsführer" unter den Flüchtlingen, die für Übergriffe verantwortlich seien, aus ihrer Unterkunft geholt und in einen anderen Landkreis gebracht worden. Sie seinen "umgezogen".

Unter den 182 minderjährigen Flüchtlingen des Landkreises gebe es "Probleme mit einer Handvoll", erklärte ein Sprecher des Landkreises, auch mit Alkoholkonsum in deren Unterkunft. Für die etwa 30 Flüchtlinge in Bautzen sollten nun ein Alkoholverbot und eine Ausgangssperre ab 19.00 Uhr ausgesprochen werden.

Zur Lage auf dem Kornmarkt, auch "die Platte" genannt, sagte Kilz: Auf dem Platz hätten sich schon den ganzen Sommer über Flüchtlinge aufgehalten. Als Reaktion darauf seien in den vergangenen Wochen immer mehr Jugendliche dort aufgetaucht, "die das anders sehen". Diese seien auch über Facebook mobilisiert worden.

Amateurvideo aus Bautzen

Twitter/@hakling

Der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens (parteilos) hatte vor der Pressekonferenz erklärt, Bautzen dürfe nicht "zum Spielplatz von gewaltbereiten Rechten" werden. Die Lage habe eine "neue Qualität der Auseinandersetzungen" erreicht.

cht/dpa



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