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Söder gibt sich gelassen

FDP, Linke und Grüne klagen gegen bayerisches Polizeigesetz

Bundestagsabgeordnete von FDP, Linken und Grünen klagen gegen das bayerische Polizeiaufgabengesetz. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnet sie als "humoreske Truppe".

DPA

Demo gegen bayerisches Polizeigesetz in München (Archiv)

Montag, 10.09.2018   17:55 Uhr

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Der CSU droht bei der Landtagswahl im Oktober ein Desaster, wie die jüngste SPON-Umfrage zeigt. Auch juristisch droht Ministerpräsident Markus Söder Ärger: Die Bundestagsabgeordneten von FDP, Linken und Grünen klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gemeinsam gegen das bayerische Polizeiaufgabengesetz.

Durch dieses Gesetz würden "Menschen unter Generalverdacht gestellt", sagte die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Das sei der Grund, weshalb sich die drei Parteien zu dieser ungewöhnlichen "Allianz für den Rechtsstaat" zusammengetan hätten. Göring Eckardt erklärte, sie fühle sich durch das bayerische Gesetz an ihr Leben in der DDR erinnert.

"Angriff auf die Freiheit"

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Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, sprach gar von der "Schaffung einer umfassenden Kontrollkompetenz, wie es sie seit 1945 nicht gegeben hat". FDP-Fraktionschef Christian Lindner nannte das Gesetz einen "Angriff auf die Freiheit". Die Trennung von Polizei und Geheimdiensten müsse erhalten bleiben, "wir brauchen keine Geheimpolizei", betonte Lindner.

Die CSU-Staatsregierung hatte die Befugnisse der bayerischen Polizei mit der umstrittenen Gesetzesänderung zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit erweitert. Anders als bisher darf die Polizei nicht mehr erst einschreiten, wenn Ermittler konkrete Indizien für eine geplante Straftat haben. Stattdessen genügt jetzt ganz allgemein eine "drohende Gefahr".

"Gelassen und überrascht"

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Zuvor hatten bereits Grüne, SPD und FDP in Bayern Verfassungsklage eingereicht. FDP-Landtagsspitzenkandidat Martin Hagen machte eine Nachbesserung des Gesetzes zur Bedingung für eine mögliche Koalition mit der CSU - allerdings ist bisher zweifelhaft, ob der FDP bei der Landtagswahl am 14. Oktober der Wiedereinzug ins Münchner Maximilianeum gelingt.

Söder zeigte sich unterdessen "gelassen und überrascht" über die parteiübergreifende Initiative. "Gelassen, weil wir fest überzeugt sind, dass das, was wir vorgeschlagen haben, verfassungsgemäß ist", sagte er und verwies auf andere Bundesländer, die zumindest in Grundzügen das bayerische Gesetz kopieren würden. Überrascht sei er aber über die Kombination der Kläger. "FDP, Linkspartei und Grüne zusammen in einer förmlichen Antragsgemeinschaft?" Die Zusammenstellung der "humoresken Truppe" zeige eine hemmungslose Orientierungslosigkeit.

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dop/dpa

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