Bayernwahl Helmut Markwort zieht für FDP in den Landtag ein

Der Gründer des Magazins "Focus" hat es für die Liberalen in den bayerischen Landtag geschafft: Helmut Markwort, 81, wird Alterspräsident und darf damit die erste Sitzung des frisch gewählten Parlaments leiten.

Markwort neben seinem Werbeplakat
DPA

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Zwei Tage nach der Landtagswahl in Bayern sind alle Stimmen ausgezählt - und damit stehen nun sämtliche 205 Abgeordnete fest. So viele Mandatsträger saßen noch nie im Maximilianeum: 150 sind Männer, 55 Frauen; der Frauenanteil im neuen bayerischen Landtag liegt also bei rund 26,8 Prozent.

Einen Sitz wird künftig der Gründer und ehemalige Chefredakteur des Magazins "Focus" innehaben: Der 81-jährige Helmut Markwort wird Alterspräsident. Damit darf er die erste Sitzung des frisch gewählten Parlaments leiten, bis ein Landtagspräsident gewählt ist. Für das Amt ist Ilse Aigner (CSU) vorgeschlagen. Der Landtag muss laut Verfassung spätestens am 22. Tag nach der Wahl erstmals zusammenkommen. Das wäre der 5. November.

Markwort war von der Gründung 1993 bis 2010 Chefredakteur des "Focus", danach bis 2016 Herausgeber. Er hatte zuletzt eine wöchentliche Talksendung im Bayerischen Fernsehen moderiert, musste deren Leitung aber im Wahlkampf abgeben (mehr zum Wahlkampf Markworts erfahren Sie hier).

Im 18. bayerischen Landtag ist zudem eine neue Partei vertreten: die AfD. Mit Katrin Ebner-Steiner und Franz Bergmüller haben es gleich zwei geschafft, die um den Fraktionsvorsitz kämpfen. Die AfD hatte bei der Wahl am vergangenen Sonntag insgesamt 10,2 Prozent der Stimmen in Bayern geholt und wurde damit vierstärkste Kraft hinter der CSU (37,2 Prozent), den Grünen (17,5 Prozent) und den Freien Wählern (11,6 Prozent). Die FDP schaffte es mit 5,1 Prozent ebenfalls knapp in den Landtag - im Gegensatz zur Linkspartei (3,2 Prozent).

Der Landeswahlleiter gab am Dienstagabend nach Auszählung aller Stimmen die Liste der Abgeordneten bekannt. Das dauerte zwei Tage, weil nach dem bayerischen Wahlrecht die Zweitstimme in der Regel einzelnen Kandidaten gegeben wird.

Auch der als "Fernsehrichter" bekanntgewordene Jurist Alexander Hold gehört erstmals dem bayerischen Landtag an. Als Spitzenkandidat der Freien Wähler in Schwaben galt sein Einzug als sicher. Bis 2013 trat Hold in der nach ihm benannten Gerichtsshow im Sender Sat.1 auf.



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aar/dpa/Reuters

insgesamt 20 Beiträge
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cloeon 17.10.2018
1. Sehr schön
Wenn wir schon mit Darmstadt 98 nichts reißen, dann schicken wir halt unsere Allzweckwaffe Helmut „Datterich“ Markwort um eben im Handstreich den bayerischen Landtag zu übernehmen :) Aber mal im Ernst, lieber Helmut: Kannst Du Deinen humanistisch gestählten Geist und Deinen unbestritten vorzüglichen Intellekt nicht besser einsetzen? Du hast doch nichts mehr zu verlieren!
artep 17.10.2018
2. Herzlichen Glückwunsch,
Herzlichen Glückwunsch, Herr Markwort ! Mit 81 Jahren fangen nicht viele Neues an. Sehen sie zu, dass das wertvolle Alte mit dem wertvollen Neuen verbunden wird !
missourians 17.10.2018
3. 81 Jahre!!!
Was sucht so eine alte Person in einem Landtag und soll voll einsatzfähig für so eine schwere und verantwortungsvolle Arbeit sein? Selbst Bürgermeister müssen in die Rente und können nicht unendlich so eine öffentliche hoch verantwortungsvolle Arbeit nach gehen, und das ist gut so!
janne2109 17.10.2018
4. ob
Herr Markwort nun das Aushängeschild für eine neue FDP ist wage ich zu bezweifeln, ein Liberaler war er schon früher aber nee FDP runderneuert ist das dennoch nicht.
dasfred 17.10.2018
5. Das hebt den Unterhaltungswert
Vorneweg der Markus Söder und dazu zwei Medien Profis. So muss Politik verkauft werden, wenn sie nur weit genug von Hamburg weg ist. Da kann ich mich gemütlich im Sessel zurücksetzen und zusehen, was der Fernsehrichter zum Polizeiaufgabengesetz sagt. Und Helmut Markwort, der ja immernoch bestrebt ist, die Fokus Klientel zu bedienen. Auch wenn man glauben kann, dass das Fokus Forum längst von der AFD gekapert wurde. Ich glaube, das Trio liefert hervorragende Vorlagen für das sehr gute bayrische Kabarett. Auch wenn sich Bayern thematisch wenig ändern wird, der Unterhaltungswert wird noch steigen.
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